1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. St. Ingbert

Kunstprojekt in Corona-Zeiten der Homburgerin Julia Johannsen

Besonderes Kunstprojekt : Wie Bilder Geschichten des Lebens (unter)schreiben können

Wie man trotz Corona-Beschränkungen über Kunst ins Gespräch kommen kann, daran versucht sich das Projekt „Sign your life“ von Julia Johannsen.

Es ist ein Blick ins Blaue. Eine Einladung, sich einfach hineinfallen zu lassen in diese Pinselstriche, eigene Gedanken dazu zu entwickeln. Es ist allerdings auch ein Blick, der durch eine Schaufensterscheibe geht, denn dort hängt das Bild. Kunst live gibt es derzeit nicht in gewohnter Form, auch nicht in der Galerie von Julia Johannsen in der Homburger Altstadt. Vernissagen, bei denen Menschen zusammenkommen, um gemeinsam eine Werkschau zu erleben, vielleicht kombiniert mit verschiedenen Kunstrichtungen, Tönen, Worten, Bewegungen, sind in der Corona-Krise weit weg. Museen bleiben weiterhin geschlossen. An Kunstwerken vergangener und heutiger Zeiten kann man daher gerade in der Regel nur virtuell vorbeischlendern. Wenn überhaupt. Es sei denn, sie hängen im eigenen Wohnzimmer oder eben in einem Schaufenster.

Auch wenn derzeit eigentlich fast alles schläft, was mit Menschen zu tun hat, soll die Kunst weitergehen, vor allem die Beschäftigung damit. Dieses Versprechen ist der Homburger Künstlerin Julia Johannsen wichtig, auch wenn dies derzeit jenseits des gemeinsamen Erlebens vor Ort ablaufen muss. Dennoch sollen die Leute weiterhin über die Kunst zusammenkommen, allerdings ohne sich physisch zu begegnen - so wie es eben derzeit geboten ist. Bleibt nur die Frage, wie dies möglich sein soll. Während die einen die online-Kanäle mit kreativen und in vielen Fällen auch sehr charmanten Ideen nutzen, soll sich dies für Julia Johannsen zwar auch im Internet, aber eben explizit nicht nur dort abspielen.

Julia Johannsen in ihrer Galerie vor Bildern einer früheren Ausstellung, einer Einladung zur Sternenreise. Foto: Ulrike Stumm

„Sign your life“ nennt sie ihr interaktives Projekt, das es seit einem Jahr und nicht erst seit Corona-Zeiten gibt, das vielmehr eine grundlegende Idee ist, ein Anliegen. Übersetzt steht das in etwa für: (unter-)schreib das Leben. In den letzten Monaten habe sie sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt, „wie die Kunst unsere Perspektive auf das Leben verändern kann, wie Kunst die Wahrnehmung für die Dinge“ schärfe, erläutert sie. Sie eröffne auch die Chance, auf einen andere Sicht der Welt, des Alltags.
Ein Bild auszuwählen, sich darauf einzulassen, es mit in sein Haus, seine Wohnung, sein Leben zu nehmen, könne nämlich auch heißen, „dass eine Geschichte mit mir und diesem Kunstwerk beginnt“. Und genau diese Geschichten möchte sie gerne kennen lernen – als eine besondere künstlerische „Spurensuche“. Wer mag, kann da mitgehen, denn Johannsen hängt ihre Bilder nicht nur online aus, sondern in loser Folge auch live ins Schaufenster der Galerie. Nicht jeder hat Kunst in den eigenen Räumen hängen, im Herzen, im Kopf aber doch.

Kunden, Kunstfreunde wollen Werke oft nicht nur betrachten, sondern sie auch im Dialog mit Künstlern und Galeristen erfahren. Das ist in digitalen Rundgängen natürlich schwierig. Dennoch will Julia Johannsen auch jetzt mit Menschen ins Gespräch kommen, indem sie etwas über ihre Arbeiten mitteilt, auf verschiedenen Kanälen. Zum Bild im Schaufenster gibt es daher den Post auf ihrem Instagram Account und im Facebook Format: Dort findet sich die Geschichte zum Bild, die schon oft zur „Fortsetzungsgeschichte“ geworden sei. Wer mag, kann sich selbst dazu äußern, auch so könne nämlich ein Gespräch entstehen. Auf Abstand, dennoch spannend.

Weitere Infos Julia Johannsen zu Sign your life auf Facebook und Instagram Julia Johannsenjj und www.juliajohannsen.de