Kunstobjekt beim Kreis in Homburg angelaufen

Kreisjugendamt Homburg : Die große Welt mit Kinderaugen sehen

Das Kunstprojekt „Augenblick mal“ des Kreisjugendamtes und der Kunstschule Artefix wurde jetzt vom Landrat und der neuen Bildungsministerin in Homburg vorgestellt.

Die Welt mit Kinderaugen sehen oder auf die Welt der Kinder mit wachen Augen schauen: Das Kunstprojekt „Augenblick mal“, zu sehen an einer der Außenwände am Gebäude des Kreisjugendamtes am Homburger Talstraßen-Kreisel, lässt einige Einordnungen zu. Am Freitag, dem Weltkindertag, stellten Saarpfalz-Landrat Theophil Gallo und die neue saarländischen Bildungs- und Kulturministerin Christine Streichert-Clivot das Projekt offiziell der Öffentlichkeit vor. Was ist dort seit einigen Tagen zu sehen? Große, künstlerisch aufwäendig gestaltete Augen, inhaltlich gefasst mit dem Zitat „Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die Augen der Kinder“ von Dante Alighieri.

Das Projekt bespielt nun ganz unterschiedliche Themenfelder, weit über seinen grundsätzlichen künstlerischen Aspekt hinaus. So sei es die lange Tradition von „Kunst am Bau“ gewesen, die Klaus Guido Ruffing, den für die Jugendarbeit zuständigen Geschäftsbereichsleiter des Saarpfalz-Kreises, auf die Idee zu diesem Projekt gebracht habe. Umgesetzt wurde das, was nun am Kreisjugendamt zu sehen ist, in der Folge von Kindern, die an der Sommerakademie der Freien Kunstschule Artefix teilgenommen hatten. Die Botschaft, die vermittelt werden soll: Die Augen stehen für die Kinder dieser Welt und deren Blick auf die Erwachsenen und die Zukunft aller. Sie sollen aber auch für die Achtsamkeit stehen, die die Erwachsenenwelt den Kindern entgegenbringen muss. Ein weitere  symbolische Botschaft ist der Blick auf die Demokratie und deren Schutz. So verwundert es nicht, dass die „Partnerschaft für Demokratie“ dieses besondere Projekt fördert.

Theophil Gallo nutzte die Botschaft des Kunstwerks zur Aufforderung hinzuschauen. „Das gilt für viele Bereiche. Das gilt für die Kinder selbst, denen wir Fürsorge und Aufmerksamkeit zollen müssen. Das ist unsere vornehmste Aufgabe im Bereich des Jugendamtes. Aber es gilt auch für weitere Themen, die wir im Hinterkopf behalten müssen.“ Hier nannte Gallo das demokratische System Deutschlands, das auch ein Kind sei und das man im Auge behalten müsse, „das wir pflegen müssen und bei dem wir darauf achten müssen, dass es nicht unter die Räder kommt“. Vor dieser Kulisse nannte Gallo das Kunsrwerk „Augenblick mal“ ein bedeutsames.

Christine Streichert-Clivot, die in Gersheim wohnt, bezeichnete bei ihrem ersten Auftritt in „ihrem“ Saarpfalz-Kreis als neue Ministerin  den Anlass am Freitag als einen, den sie aus vollem Herzen wahrnehme. Eingeladen noch als Staatssekretärin im Bildungsministerium, sei die Vorstellung von „Augenblick mal“ zudem ihr erster bildungspolitischer Termin. „Den im Saarpfalz-Kreis wahrnehmen zu können, ist in doppelter Hinsicht schön.“ Streichert-Clivot schlug in ihrem Grußwort den Bogen von der Kunst hin zur kulturellen Bildung und würdigte hier ganz konkret das Engagement der Freien Kunstschule Artefix. „Die Zuammenarbeit mit professionellen Künstlerinnen und Künstlern ist tatsächlich ein Ansatz, den wir im Bildungsministerium sehr unterstützen und verfolgen.“ Der Saarpfalz-Kreis bringe sich immer wieder bildungspolitisch ein, über seine Verantwortlichkeit als baulicher Träger der weiterführenden Schulen hinaus. Dabei würden immer wieder Themen und Projekte der Nachhaltigkeit und Bildungspolitik angestoßen – und es werde auch die Demokratie gelebt. Und: „Ich glaube, es gibt eine Schnittmenge zwischen all diesen Themen. Es geht darum, Bildung nicht nur in einem formalen Kontext zu betrachten, sondern auch Lernorte zu schaffen, die für junge Menschen einfach interessant sind und die Spaß machen.“

Am Kunstwerk selbst beeindrucke sie, so Streichert-Clivot, die damit verbundene Verpflichtung. Der Saarpfalz-Kreis sei hier einer, „der sich um die Zukunft der Kinder und Jugendlichen ganz besondere Gedanken macht und der auch immer wieder Anlässe schafft, um wirksam sein zu können“. Mit „Augenblick mal“ hätten die Kinder selbst etwas erschaffen, auf das sie stolz sein könnten, „das auch Bestand hat“. Eben das Erschaffen sei ihr als Ergebnis der Zusammenarbeit von Kunst und Kultur ein besondere Anliegen. Nach einem weiteren kurzen Grußwort von Veronika Kiesel von der Kunstschule Artefix suchte Christine Streichert-Clivot dann das persönliche Gespräch mit einigen der Jugendlichen, die an „Augenblick mal“ mitgearbeitet haben, um sich so aus erster Hand etwas über die Entstehung des Projektes erzählen zu lassen.

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