Kunstauktion in der Bliesgau-Festhalle in Blieskastel

Kunstauktion in Blieskastel : Bliesgau-Festhalle wurde Auktionshaus

Kunstschaffende aus der Region versteigerten Werke im Rahmen der Aktion „100 x 100“ des Kulturstammtisches.

„3, 2, 1 – meins!“, so lautet der Slogan eines Internet-Auktionshauses. Auch, wenn das Ersteigern von Kunstwerken im Netz einen besonderen Reiz hat, so kann es die Live-Atmosphäre kaum erreichen. Kunstfreunde kamen deshalb am Sonntagnachmittag in der Bliesgau-Festhalle auf ihre Kosten. Dort veranstaltete der Kulturstammtisch Blieskastel zum sechsten Mal seine Auktion „100 x 100“.

„Hundert“ stand sowohl für 100 Bilder vieler Stilrichtungen (Öl-, Acryl- und Aquarellmalerei, Collagen, Zeichnungen, Tuschearbeiten), Fotografien sowie Skulpturen aus Keramik; auch eine Kinderbuchlesung war im Angebot. Hundert war auch der Einstiegspreis; zu dem gingen allerdings nur wenige Bilder weg. Einige erzielten gut den dreifachen Erlös des Startpreises. Andere pendelten sich irgendwo in der Mitte ein. Manch ein Künstler musste sein Werk ohne Käufer wieder mit zurück ins Atelier nehmen.

„Für uns ist es eine wahre Wonne. Wir freuen uns auf eine starke Auktion“, gab sich die Vereinsvorsitzende Katharina Baarß zu Beginn recht begeistert. Am Vormittag hatte die Schirmherrin, Kulturministerin Christine Streichert-Clivot, bei einer Feier das fünfjährige Bestehen des Kulturstammtischs Blieskastel gewürdigt. Leichte „Einbußen“ habe man bei der Teilnehmerzahl hinnehmen müssen, sagte Frank Sauer. Der bekannte Kabarettist, der seit drei Jahren seinen Wohnsitz von Freiburg nach Blieskastel verlegt hat, war nicht nur Moderator, sondern auch Auktionator des Nachmittags. Manche Künstler mussten kurzfristig ihre Teilnahme absagen und somit waren es nur „80 x 100“. „Das ist einfach nur 100 light“, scherzte Sauer, der auch Schatzmeister des Kulturstammtischs ist.

Zu Beginn waren die Kunstfans noch etwas zögerlich. Nicht jedes Bild kam unter den Hammer. „Möchte jemand für 100 Euro einen Ausbruch riskieren?“, fragte Frank Sauer. Damit meinte er den Titel des Bildes, welches gerade zum Kauf stand. Überhaupt war es der quirlige Sauer, der für Stimmung bei der Veranstaltung sorgte, beziehungseise diese hochpuschte. „Möchte jemand ‚Hundert“ sagen?“, heizte er die Gebote an. Manche sagten gar mehr als ‚Hundert‘ und lieferten sich gar öfters mit Bernd Hertzler eine kleine Bieterschlacht. Überhaupt schien der neue Bürgermeister nicht uninteressiert an der Kunst zu sein und nahm so manches Bild mit. „Wer möchte ‚Die Nacht‘ mitnehmen für 100 Euro?“, wollte Sauer nun wissen. Manchmal herrschte aber auch gespenstische Stille. Etwa als niemand bieten wollte, weil er offenbar mit dem gerade angebotenen Werk nichts anzufangen wusste. Oder, weil man sich gerade in einer höheren Preislage befand und die Spannung groß war.

„Ich wollte eigentlich gar nichts kaufen und war nur neugierig“, sagte eine Kunstliebhaberin aus Saarbrücken, die ihr mittlerweile drittes Bild ersteigerte hatte. Es sei quasi ein Rausch, gestand die Seniorin. „Die Qualität ist im Laufe der Zeit noch besser geworden. Manche Künstler schauen sich viel bei den anderen ab. Das spornt an“, verriet Karl-Heinz Hillen unserer Zeitung. Der Künstler ist stellvertretender Vorsitzender des Vereins.

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