Kunst mit der Kettensäge

Rohrbach. Stöhnen und staunen - viel mehr Raum für Interpretationen bot die Geistkircher Kerb am Sonntag nicht. Gestöhnt haben Ausrichter, Händler und Gäste über das Regenwetter. Gestaunt werden durfte wieder einmal über das ausgefallene Angebot.Den Weg an die B 40 hatte zum Beispiel die junge Chinesin Ying Wang gefunden

Rohrbach. Stöhnen und staunen - viel mehr Raum für Interpretationen bot die Geistkircher Kerb am Sonntag nicht. Gestöhnt haben Ausrichter, Händler und Gäste über das Regenwetter. Gestaunt werden durfte wieder einmal über das ausgefallene Angebot.Den Weg an die B 40 hatte zum Beispiel die junge Chinesin Ying Wang gefunden. Hier, im Schatten des Geistkircher Hofs, bot sie Feinkost-Produkte an, die eher weniger mit China in Verbindung gebracht werden: nämlich Schokolade, Wein und Tee, verfeinert mit dem Aroma der Kushui-Rose. Erst im November kamen sie auf den Markt. Um die Gunst der Besucher buhlte sie mit Senf- und Honighändlern - und dem neuen Hofladen der Familie Beck. Denn dessen Türen standen erstmals für die Öffentlichkeit offen, so dass auch die Musik der Rohrental-Musikanten hineinschallte. Die Tage des alten Gewölbekellers sind gezählt. "In unserem neuen Laden können wir endlich auch Regale aufstellen, unsere Kunden können darin stöbern", freute sich Rita Beck.

Die Familie gehörte mit Gartengeräte-Händler Markus Schäfer und dem Hundezentrum "Lobito" zu den Ausrichtern der Geistkircher Kerb. Was man mit Markus Schäfers Geräten unter anderem anstellen kann, zeigte der Münchweiler Forstwirtschaftsmeister Sigurd Bratzel. Der 40-Jährige ist nämlich auch noch seit 15 Jahren Kettensägenschnitzer. Als er zur Tat schritt, verwandelte sich ein Block aus Eichenholz langsam in eine konturenscharfe Eule. "Eigentlich ist das gar nicht so schwierig", scherzte er. "Man muss nur alles wegsägen, was nicht zur Figur gehört." Sein Können zeigt er auch auf Wettbewerben. Vom Weltcup am Pfingstwochenende im Erzgebirge kehrte er als Drittplatzierter wieder heim.

"Was fährt denn da?", dürften sich einige Besucher gefragt haben, während sie Sigurd Bratzel bei der Arbeit beobachteten. Zwischen ihnen verkehrte plötzlich ein Zughunde-Taxi. Unter anderem mit diesem Gefährt machte das Team des Hundezentrums "Lobito" auf sich aufmerksam, das aus Karine Mastroleo, Claudia Braum und Helga Driessler besteht. Sie zeigten aber auch, was Hunde so alles draufhaben. Vor allem für ihr feines Näschen sind sie ja bekannt. Ihr Können bewiesen sie bei einer Zielobjektsuche. "Das ist praktisch Polizeiarbeit für Familien. Anstatt Drogen spüren die Hunde Leder, Holz oder Stifte auf. Es ist eine sinnvolle Arbeit für jeden Hund", erklärte Helga Driessler. Drei Damen vom Hundezentrum bauten zusätzlich noch einen Agility-Parcours auf - hier durften sich die Hunde körperlich auslasten. Sie waren wohl die Einzigen, denen das Schmuddelwetter zur Kirb nichts ausmachte.