Künstlerbegegnung in Wort und Klang in St. Ingbert

Literaturforum : Künstlerbegegnung in Wort und Klang

Verse des Dichters Johannes Kühn trafen in der Kirche St. Franziskus Orgelklänge von Christian Brembeck.

Ein Hörerlebnis der besonderen Art boten in der St. Ingberter Pfarrkirche St. Franziskus zwei Künstlerfreunde einem ebenso ergriffenen wie begeisterten Publikum: Der saarländische Dichter und Hölderlin-Preisträger Johannes Kühn und der aus Berlin angereiste Musiker und Orgelvirtuose Christian Brembeck waren aus Anlass des 85. Geburtstags Kühns nach St. Ingbert gekommen.

„Besitzlos, den Schmetterling feiern“ - mit diesem Titel war das Programm überschrieben und zitierte damit einen prägnanten Vers des Hasborner Weltpoeten. Zur Einstimmung auf dieses Kunstereignis sprachen Gertrud Fickinger, Bildungsreferentin der Katholischen Erwachsenenbildung Saarpfalz (KEB), und Jürgen Bost, Sprecher des St. Ingberter Literaturforums (ILF), einführende Worte zu der vom Quartiersprojekt St. Ingbert mitgetragenen Kooperationsveranstaltung. Dann schlug die Stunde der beiden Künstler, die trotz aller Unterschiede in Alter und Lebenskonzeption glänzend harmonierten. Wort und Klang verschmolzen, wie nicht anders zu erwarten war, zu einer homogenen Einheit.

Zu den Gedichten, von Johannes Kühn selbst gelesen, die durch die Unverwechselbarkeit ihrer poetischen Sprache und die Kraft ihrer Bilder jedes Auditorium unmittelbar ansprechen, hatte Orgelvirtuose Christian Brembeck ein passendes dramaturgisch gestaltetes Musikprogramm konzipiert. Der Bogen der von ihm auf der Mayerorgel von St. Franziskus dargebotenen Stücke griff die in der Lyrik dargestellten Empfindungen und Erlebnisse kontrapunktisch auf und spannte sich von Johann Sebastian Bachs Concerti und Sonaten über Werke von Robert Schumann und Louis Vierne bis hin zu Eigenkompositionen Christian Brembecks.

Alle dargebotenen Partien überzeugten durch außergewöhnliche Gestaltungskraft und die souveräne Technik dieses Meisters der Tasteninstrumente. Das Publikum dankte mit lang anhaltendem Applaus und konnte – so Gertrud Fickinger abschließend – mit dem Erleben dieser Künstlerbegegnung „ein wunderbares Geschenk“ mit nach Hause nehmen.

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