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Künstler fiebern ihrem großen Auftritt entgegen

Künstler fiebern ihrem großen Auftritt entgegen

Deutsch-Französische Veranstaltungen haben Hochkonjunktur, vor allem in diesem Jahr. Dass sich deutsche und französische Künstler in St. Ingbert treffen, um gemeinsam zu malen und zu gestalten, hat allerdings nichts mit dem Élysée-Vertrag zu tun, sondern eine ganz andere Tradition.

Wenn französische Künstler nach St. Ingbert kommen, dann hat das häufig mit Max G. Grand-Montagne zu tun. So auch zuletzt, als Maler der französischen Künstlervereinigung ADAL (Amicale d'Artistes Lorrains) und saarländische Bildhauer in seinem Kunstraum zusammen kamen. Dass zudem mit Sven Meier als Vertreter von Oberbürgermeister Hans Wagner auch die Lokalpolitik und mit Rainer Henrich der St. Ingberter Heimat- und Verkehrsverein vertreten waren, hatte vor allem den Grund, dass es hier um ein grenzüberschreitendes Kunstprojekt geht.

Und das in zweierlei Hinsicht: Zum Einen sind in Grand-Montagnes lichtdurchfluteten Ausstellungsraum Bilder und Skulpturen zu sehen, die bei den zwei St. Ingberter Künstlersymposien im letzten Jahr entstanden sind. Zum Zweiten wurde mit dieser Ausstellung gleichsam das nächste deutsch-französische Malersymposium am 15. Juni eingeläutet. Dann nämlich werden in der Fußgängerzone der Mittelstadt wieder Franzosen und Deutsche im Namen der Kunst zusammentreffen und vor Ort ihre Werke kreieren. Dann darf ihnen bei der Arbeit über die Schulter geschaut und im Anschluss ein Blick auf die fertigen Werke im Rahmen einer Vernissage geworfen werden. Es wird das nunmehr zweite Symposium dieser Art in der Innenstadt sein, das diesmal von der ADAL in Kooperation mit der Stadt St. Ingbert und dem Heimat- und Verkehrsverein organisiert wird.

Jeder kann mitmachen

"Anmelden braucht man sich nicht", erklärte Grand-Montagne, dem letztes Jahr die Organisation oblag und der selbst seit vielen Jahren Mitglied der ADAL ist. "Wer mitmachen will, kann einfach vorbeikommen." Doch erst einmal gilt es, die schönen Aquarelle, Zeichnungen, Gemälde und Skulpturen zu bestaunen, die 2012 in Egon Irmschers herrlichem Toskana-Garten und der St. Ingberter Innenstadt entstanden sind. Da fällt der Blick auf zinnenbekrönte Mäuerchen, in stille Winkel, aber auch auf die belebte Innenstadt.

Und immer wieder ist festzustellen, wie sich in der künstlerischen Wiedergabe südländisches Flair vor unserer heimischen Kulisse spiegelt. Ganz unterschiedlich in der Gestaltung und doch stets gekonnt sind die Bilder der ADAL-Mitglieder, denen sich die eindrucksvollen Skulpturen der saarländischen Bildhauer zur Seite gesellen: Menschliche Torsi, dreimal ganz anders gestaltet, Eulen in vierfacher Ausfertigung, jeweils geprägt von der individuellen Handschrift ihres Erschaffers, sowie andere mehr oder weniger abstrahierte Werke aus verschiedenen Materialien von Marmor bis Sandstein. Eine vielgestaltige Ausstellung, die als buntes Zeugnis deutsch-französischer Künstlerfreundschaft bis zum 24. Mai zu bestaunen ist.

Künstlertreff in St. Ingbert: bis zum 24. Mai. Künstlergalerie "kunstraum max g.", St. Ingbert, Rickertstraße 1, montags bis samstags von 9 bis 17 Uhr, sonntags von 14 bis 17 Uhr. Das nächste deutsch-französische Künstlersymposium findet am 15. Juni ab 9 Uhr in der St. Ingberter Fußgängerzone statt.