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Küchen und Möbel Herzer in St. Ingbert berät online

Ausweg in Krisenzeiten : Küchen und Möbel einfach online planen

Ein Beispiel für neue Geschäftswege in Corona-Zeiten zeigt das St. Ingberter Traditionsunternehmen Herzer.

Not macht erfinderisch: Mit dem Voranschreiten der Corona-Pandemie gingen auch Geschäftsschließungen einher. Viele Fachbetrieb fürchteten und fürchten noch immer um ihre Existenz. Auch Möbel und Küchen Herzer in St. Ingbert muss das Küchenstudio in der Oststraße 80a und die Möbel-Ausstellung am alten Stadtbad am Theodor-Heuss-Platz geschlossen halten. Da reaktivierte Inhaber Andreas Herzer eine Idee, die ihn schon länger umtrieb: die Online-Planung. „Diese Screen-Sharing-Methode ist ein unglaublich eleganter Weg, Zeit zu sparen und Fehler zu vermeiden“, so der Inhaber.

Man setzt sich ganz einfach beispielsweise telefonisch mit einem Mitarbeiter des Fachbetriebes in Verbindung. Daraufhin bekommt man einen Link zugeschickt, dem man durch Klicken folgt – und schon ist man mit einem Berater oder einer Beraterin verbunden. Das Ganze funktioniere vollkommen plattformunabhängig, also auf PC, Laptop, Smartphone oder Tablet. Zudem ist die Planung ohne zusätzlich zu installierende Software in jedem Browser und ohne Zeitverzögerung möglich, wie Andreas Herzer erklärt. Die Kommunikation erfolgt per Telefon oder Internettelefonie, und der Kunde kann sich ebenfalls visuell zuschalten, sodass der Berater ihn sehen kann. Bei der Online-Planung sehen die Kunden sozusagen den PC-Arbeitsbereich des Beraters. Fragen können direkt gestellt und Antworten sofort gegeben werden.

Andreas Herzer erläutert, dass bei dem virtuellen Vorgang keinerlei Daten erhoben oder gespeichert werden. Ein Vorteil dabei ist es, dass sich so manche Autofahrt dadurch erübrigt. Er erklärt es an einem Beispiel. So habe ihm ein Kunde vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass zwei Schränke in einer neuen Küche statt der 100 Zentimeter Maß nur 90 zur Verfügung hätten. Herzer wollte dies ändern – und sah, dass in der Küche immerhin fünf Schränke stehen, auf die das zutreffe. Mit der Online-Planung könne man sich „kurzschließen“ und der Kunde könne dem Berater direkt zeigen, um welche Schränke es sich handelt.

Da die Kunden von Möbel und Küchen Herzer aus dem ganzen Saarland stammen, entlaste man durch eingesparten Fahrten auch die Umwelt durch weniger Abgase. So viele Vorteile das System hat, an dem er übrigens selbst mitprogrammiert hat, eines wird sich auch nach Corona nicht ändern: „Der physische Kontakt mit den Kunden ist durch nichts zu ersetzen.“ Deswegen freuen er und seine, an beiden Standorten jeweils zehn Mitarbeiter schon darauf, wieder zu eröffnen. Wann das genau sein werde, kann er natürlich ebenso wenig beantworten wie alle anderen. Da er aber täglich Nachrichten verfolgt und immer informiert ist, kann er mit einem Augenzwinkern sagen: „Ich weiß es nicht – aber das auf einem sehr hohen Niveau.“

Die Geschichte von Möbel und Küchen Herzer lässt sich bis ins Jahr 1878 zurückverfolgen. Seinerzeit eröffnete Jakob Herzer eine Werkstatt für Wagen und Kutschen, die er später an seinen Sohn Ernst übergab, der sie zur Möbelschreinerei ausbaute. Der Senior-Chef der heutigen Möbelgalerie, Samuel Herzer, übernahm sie von seinem Vater Karl, der 1923 am alten Stadtbad mit einer Möbelschreinerei den Grundstein zur heutigen Möbel- und Küchengalerie gelegt hatte, und eröffnete 1966 zusätzlich das Möbelhaus Herzer. In mittlerweile fünfter Generation übernahm schließlich Kaufmann und Betriebswirt Andreas Herzer das Unternehmen. Er teilt sich die Geschäftsführung mit seiner Frau Joëlle, die ihm auch bei der Erweiterung des Möbelhauses tatkräftig zur Seite gestanden hat.