Kritik von verschiedenen Seiten am geplanten Kombibad

Kritik von verschiedenen Seiten am geplanten Kombibad

Homburg. Wenig Gutes ließ Attac Saar am Modell der Öffentlich-Privaten-Partnerschaften (ÖPP), mit dem Kommunen Großprojekte finanzieren, bei einer Infoveranstaltung im Homburger Siebenpfeifferhaus. Auch Homburg plant, diesen Weg zu gehen beim neuen Kombibad an der Hinkelsbix bei Bruchhof

Homburg. Wenig Gutes ließ Attac Saar am Modell der Öffentlich-Privaten-Partnerschaften (ÖPP), mit dem Kommunen Großprojekte finanzieren, bei einer Infoveranstaltung im Homburger Siebenpfeifferhaus. Auch Homburg plant, diesen Weg zu gehen beim neuen Kombibad an der Hinkelsbix bei Bruchhof. Anschließend an den Vortrag hatten diejenigen, die gekommen waren, die Möglichkeit zur Diskussionen mit den Attac-Vertretern Martin Busche und Werner Langefeld, mit Barbara Spaniol von den Linken, Peter Müller (Fraktion für Homburg FFH) und Andreas Guckert (Piratenpartei).

Zwangslage der Kommunen

Langefeld hatte noch einmal darauf verwiesen, in welcher Zwangslage die Kommunen sich angesichts gekürzter Mittel und neuer Aufgaben befinden. Bestimmte grundlegende Dinge der Daseinsfürsorge müssten allerdings in öffentlicher Hand bleiben, forderte er. Zudem hatte Attac-Mann Busche die Frage aufgeworfen, ob Homburg angesichts umliegender Alternativen tatsächlich ein Bad brauche.Barbara Spaniol positionierte sich dabei klar für ein solches Bad. Allerdings sagte sie: "Die Stadt sollte das nicht aus der Hand geben." Die Konkurrenz sei groß. Die Linke habe schon von Anfang an Informationen gefordert, echte Transparenz habe es aber nicht gegeben. Die Freibadschließung sieht Spaniol dabei weiter im Fokus.

Peter Müller (FFH) sprach angesichts der vielen an dem Abend angeführten gescheiterten ÖPP-Beispiele von der Methode als "süßem Gift". Die Stadt habe hohe Schulden, "und wir bauen Bäder über irgendwelche Tricks".

FFH: Geld ist da

Andererseits sei Homburg eigentlich eine reiche Stadt, es sei Geld da, zum Beispiel um eine alte Diskothek zu kaufen. "Warum investieren wir das nicht ins Schwimmbad?", fragte Müller.

Andreas Guckert von der Piratenpartei verwies darauf, dass es im Februar vergangenen Jahres schon einmal eine Veranstaltung zum Kombibad im Siebenpfeifferhaus gegeben habe - damals hatte die SPD eingeladen. Die Stimmung der Bürger zu der Zeit, so Guckert, sei gewesen: "Das war ihr plant, wollen wir nicht." Vor allem der Standort Hinkelsbix war stark kritisiert worden, viele hätten das neue Bad lieber am Standort des alten Freibades gesehen. Auch die Grünen, die im Publikum saßen, meldeten sich zu Wort. Sie hätten es für besser gehalten, das alte Freibad offen zu halten, um die Zeit zu überbrücken, sagte deren Stadtverbandsvorsitzender Marc Piazolo. In einer Wirtschaftlichkeitsrechnung für einen Neubau müssten auch Risiken enthalten sein: "Egal, wie wir es finanzieren, es kostet Geld. Schwimmbäder sind defizitär." Die Frage laute: "Wollen wir die Kosten und den Schuldenberg auf uns nehmen?" ust

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