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Kritik an Begrünung von Beeten im Ortsrat St. Ingbert-Mitte

Ortsrat St. Ingbert-Mitte : Grüne beklagen tristes Aussehen der Rabatten

Die Bepflanzung entlang der Kaiserstraße war Thema im Ortsrat St. Ingbert-Mitte. Ein Grünkonzept soll passende Pflanzen bringen.

Ein trauriges Bild vom Zustand öffentlicher Beete in der St. Ingberter Innenstadt hat die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in der jüngsten Sitzung des Ortsrats St. Ingbert-Mitte gezeichnet. „Eine Stadt, die sich Biosphärenstadt nennt, die die Bevölkerung mit einem Gartenwettbewerb auf die Notwendigkeit nachhaltig und ökologisch sinnvoll gestalteter Grünflächen hinweist und die schon viele Blühflächen für das Wohl unserer Insektenwelt angelegt hat, sollte auch Kleinflächen im innerstädtischen Bereich ökologisch wertvoll gestalten“, heißt es in einem Antrag der Grünen auf „Neugestaltung beziehungsweise Bepflanzung der Rabatte entlang der Kaiserstraße“. Gerade diese Restflächen im verdichteten Siedlungsbereich könnten eine wichtige Rolle beim Artenschutz spielen, meinen die Grünen.

Die Staudenflächen im Fußgängerzonen-Teil der Kaiserstraße sind nach Angaben der Stadtverwaltung bereits im Jahr 2015 von der vorher verwendeten Wechselflorbepflanzung auf mehrjährige Pflanzungen umgestellt worden – mit vom Bund deutscher Staudengärtner empfohlenen Mischungen. Im Jahr 2017 wurden zudem entstandene Lücken durch Nachpflanzungen geschlossen. „Es hat sich jedoch durch die extreme Trockenheit der letzten Jahre gezeigt, dass diese Pflanzungen an manchen Inselstandorten, trotz zusätzlicher Gießgänge durch die städtischen Gärtner, nicht mehr zurecht kommen“, heißt es in der dem Ortsrat vorgelegten Vorlage.

Die Fachabteilung habe deshalb begonnen beim Ersetzen von solchen „Totalausfällen“ möglichst trockenheitsverträgliche Stauden zu verwenden. Ein schönes Beispiel für eine solche trockenheitsverträgliche Neupflanzung sei beispielsweise das neue Hochbeet an der Bushaltestelle am Marktplatz in Hassel. Auch bei zukünftigen Ersatzpflanzungen wolle man seitens der Fachabteilung auf diesen Aspekt ein besonderes Augenmerk legen.

Bewährt habe sich eine Mischung aus heimischen und nicht heimischen Stauden und Gehölzen, um auch dem Aspekt der Ästhetik gerecht zu werden und ein größeres Spektrum an Pflanzen zur Verfügung zu haben. Auf diese Weise könne man aus ökologischer Sicht wertvolle Pflanzrabatten schaffen und gleichzeitig dem Anspruch jener Bürger gerecht werden, welche mehr Wert auf die Optik der Beete legen. „Die Umgestaltung der Unterpflanzung der Straßenbäume als extensive Staudenpflanzungen wurde also bereits begonnen und mit Priorität werden zunächst oben genannte Totalausfälle ersetzt“, heißt es im Blick auf die Forderung der Grünen.

Ortsvorsteherin Irene Kaiser berichtete im Ortsrat von einem gemeinsamen Termin mit Handel und Gewerbe, der vor wenigen Wochen in der Innenstadt stattgefunden habe. Dabei hätte man sich auch mit den teilweise vertrockneten Blumenbeeten beschäftigt. Ergebnis dieses Treffens war unter anderem, dass im Frühjahr nochmals öffentlich für die sogenannten Grünpatenschaften in der Innenstadt geworben werden solle. Angesprochen werden dann Geschäfts- und Privatleute. Auch hier sei das Ziel, die großen Rabatten in Kaiserstraße und Pfarrgasse schöner zu gestalten und nach den Erfahrungen mit anhaltender Trockenheit genauer darauf zu achten, „was man wo pflanzt“. Im Wissen um all diese künftige Bemühungen beschloss der Ortsrat einstimmig, die Stadt solle das „Grünkonzept“ umsetzen.

Die Innenstadtbegrünung hat im Übrigen eine lange Geschichte. Laut SZ-Archiv hat es Grünpaten in St. Ingbert schon in den 1970er Jahren gegeben. Und Bodo Marschall (Die Grünen) erinnerte sich im Ortsrat, einen ersten Antrag auf ökologische Begrünung städtischer Flächen schon im Jahr 2012 gestellt zu haben. Mit im Rückblick mäßigem Erfolg. „Meine Vorschläge wurden anfänglich umgesetzt, sind dann aber wieder eingeschlafen“, sagt Marschall.