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Krisenstab in St. Ingbert und im Saarpfalz-Kreis zum Coronavirus

Kostenpflichtiger Inhalt: Stadt und Kreis informieren über Absagen : Corona: Es gibt weitere Vorsichtsmaßnahmen

Das ist der Stand der Dinge bei Veranstaltungen, den Kita-Schließungen, im Kreiskrankenhaus, bei Gottesdiensten und beim verkaufsoffenen Sonntag in St. Ingbert.

Auch in unserer Region jagen sich angesichts der Corona-Krise derzeit die Informationen und Entscheidungen. So sind Landrat Theophil Gallo und die Verwaltungsspitzen der sieben Kommunen des Saarpfalz-Kreises am Donnerstag in Homburg zusammengekommen, um beim Umgang mit dem sich ausbreitenden Coronavirus gemeinsame Leitlinien zu finden. Dabei konnten Ulli Meyer (St. Ingbert), Maria Vermeulen (Mandelbachtal), Michael Clivot (Gersheim) und Bernd Hertzler (Blieskastel) gemeinsam mit ihren Kollegen aus Homburg, Kirkel und Bexbach mit offenen Fragen auch direkt mit Amtsärztin Dr. Sigrid Thomé-Granz, Fachbereichsleiterin Gesundheitsamt, und der stellvertretenden Amtsärztin Barbara Heck besprechen.

Beim Hauptthema Veranstaltungen kam die Runde zügig auf einen Nenner: Grundsätzlich alle kommunalen Veranstaltungen, unabhängig von der Größe des möglichen Teilnehmerkreises, die in der Zeit bis Ende der Osterferien stattfinden sollen, werden abgesagt. Ebenso alle Veranstaltungen, die bis dahin in kommunalen Räumen und Hallen stattfinden sollten. Die Verwaltungsspitzen werden zudem privaten Organisatoren eindringlich empfehlen, dieser kommunalen Vorgehensweise nach Möglichkeit zu folgen. An die Vereine im Kreis wird appelliert, die Notwendigkeit von anstehenden Mitglieder- und Generalversammlungen zu hinterfragen und nach Möglichkeit zu verschieben. Öffentliche Einrichtungen der Kommunen werden nicht grundsätzlich geschlossen, der Zutritt jedoch restriktiv und eingeschränkt gehandhabt.

Der Landrat betont in einer Pressemitteilung, dass es bei all diesen Maßnahmen primär darum gehe, die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, im Idealfall sogar Infektionsketten zu unterbrechen, um die Ressourcen, auf die es im Erkrankungsfall ankommt, die Gesundheitsämter und vor allem die Krankenhäuser zu schonen beziehungsweise ihnen Zeit zu verschaffen, noch notwendige Vorkehrungen zu treffen und ihre Funktionsfähigkeit zu erhalten.

Die St. Ingberter Stadtverwaltung hat am Freitagnachmittag auch auf die Schließung aller Schulen und Kitas im Saarland bis zum Ende der Osterferien (26. April) reagiert. In der Pressekonferenz der Landesregierung war angekündigt worden, dass in einer Ministerkonferenz klare Regelungen und Anweisungen erarbeitet würden, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Hier soll mit einer Härteregelung landesweit einheitlich verfahren werden, beispielsweise bei der Notfallbetreuung von Kindern. „Die Stadtverwaltung ist in Bereitschaft. Sobald die Vorgaben des Landes bekannt sind, werden wir diese zeitnah umsetzen und entsprechende Anträge der Bürger entgegennehmen“, versicherte Oberbürgermeister Ulli Meyer am Freitagnachmittag. Eines aber steht schon fest: Am Montag gibt es keine Notfallbetreuungen in städtischen Einrichtungen in der Mittelstadt. OB Meyer und Oliver Stolz, Personalchef und Leiter des Krisenstabs in der St. Ingberter Stadtverwaltung, haben am Freitag in einem Gespräch mit der SZ Hintergründe zu der Arbeit des wegen des Coronavirus gebildeten Arbeitsstabes erläutert. „Dass wir unseren Arbeitsstab deutlich vor der aktuellen Lage gebildet haben, hat sich bewährt. Die Entwicklungen folgen keinem Drehbuch, man muss auch auf aktuelle Ereignisse reagieren können.“ Hauptziel sei es, im Interesse der Bürger die Organisationsfähigkeit der Stadtverwaltung und unverzichtbare Funktionen wie Müllabfuhr, Wasserversorgung, Beurkundungen im Standesamt und Personalausweise aufrecht zu erhalten. „Das ist auch sichergestellt, wenn einzelne Mitarbeiter ausfallen.“ In allen Geschäftsbereichen der Verwaltung sei man auf viele Szenarien vorbereitet. „Meine Mitarbeiter sind über die üblichen Dienstzeiten hinaus engagiert und sich ihrer Verantwortung für das Gemeinwesen bewusst“, lobt der OB.

Am 23. März wird es in St. Ingbert statt des Haupt- und Finanzausschusses eine Sondersitzung des Stadtrates geben, in der Regelungen getroffen werden sollen, wie in den kommenden sechs Monaten die Zahl der Ausschusssitzungen deutlich weniger werden können, um auch so eine Ansteckungsgefahr zu reduzieren.

Patientenbesuche im Kreiskrankenhaus und in der Geriatrischen Rehaklinik in St. Ingbert sind ab diesem Samstag nur noch in begründeten Ausnahmefällen und nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt möglich. Patienten können allerdings vom Krankenbett aus kostenfreie Telefonate führen. In St. Ingbert werden die Geschäfte in der Innenstadt an diesem Sonntag von 13 bis 18 Uhr offen sein, die geplante Autoschau wird jedoch vorsorglich entfallen.

Bis auf Weiteres wird es in der Diözese Speyer keine katholischen Gottesdienste geben. Der Krisenstab im Bischöflichen Ordinariat hat dies in Abstimmung mit Bischof Karl-Heinz Wiesemann wegen der Ausbreitung des Coronavirus am Freitagmorgen beschlossen.