Kreis stärkt Schulsozialarbeit

Vier statt bislang drei Vollzeitstellen wird es künftig für Schulsozialarbeiter geben. Sie werden an Schwerpunktgrundschulen im Saarpfalz-Kreis eingesetzt. Der Bedarf sei da, die Resonanz auf deren Arbeit positiv, sagte Landrat Theophil Gallo.

Sie machten es kurz am Donnerstagabend, die Mitglieder des Kreistages. Gerade einmal um die 15 Minuten brauchten sie, um die öffentlich behandelten Tagesordnungspunkte einstimmig abzunicken. Gleich zu Beginn war das Thema gebundener Ganztag für die Gemeinschaftsschule St. Ingbert-Rohrbach verschoben worden (siehe Infobox).

Um das Thema Schule ging es aber auch in weiteren Punkten. So wird nach dem positiven Kreistagsbeschluss die Schulsozialarbeit gestärkt, eine Stelle kommt durch eine Art Umwidmung zu den bestehenden drei Stellen hinzu. Landrat Theophil Gallo und Jugendamtsleiter Klaus Guido Ruffing hatten dies und Hintergründe vor der Sitzung erläutert. So sei im vergangenen Jahr von den Schulen die Rückmeldung gekommen, dass der Bedarf für Schulsozialarbeit da sei. Die Resonanz sei positiv gewesen, so Gallo. Dagegen sei das Schulverweigerer-Projekt, mit dem auf diesem Gebiet Abhilfe geschaffen werden sollte, nicht in dem Maß in Anspruch genommen worden, wie man sich das vorgestellt habe, ergänzte Ruffing. Ein Grund dafür liege darin, dass Schoolworker und Schulsozialarbeiter immer an den Schulen präsent sind und dadurch stärker angesprochen werden, als Leute, die nur gelegentlich vor Ort sind. Dabei kümmern sich Schoolworker in den Schulen auch um konzeptionelle Fragen und die Schulentwicklung, die Schulsozialarbeiter haben mehr das einzelne Kind im Fokus. Die Stelle in der Koordinierungsstelle Schulverweigerung wurde zuletzt aus dem Jugendhilfeetat bezahlt, nun soll für dieses Geld eine weitere Schulsozialarbeiterstelle geschaffen werden. Insgesamt seien dann vier Vollzeitstellen vorhanden, bislang waren es drei, die mit je halber Personalstelle betreut wurden, hieß es in den Unterlagen. Eingesetzt sind die Schulsozialarbeiter bislang an sechs Schwerpunktgrundschulen: in Bruchhof, in der Sonnenfeldschule Homburg, in Bexbach, der Langenäckerschule, der Grundschule Reinheim und der St. Ingberter Rischbachschule.

Eine "dauerhafte Planungssicherheit", so Ruffing, schuf der Kreistag auch für die Träger therapeutischen Schülerförderung. Diese wird von der Arbeitewohlfahrt, der Caritas und dem Diakonischen Werk in Homburg, St. Ingbert und Blieskastel vorgehalten. Betreut würden hier Kinder, im wesentlichen aus Grundschulen , nach dem Unterricht. Es gehe um Förderunterricht, aber auch um Unterstützung im Bereich des sozialen miteinander Umgehens, erläuterte Ruffing. Künftig übernehme der Kreis 100 Prozent der Personalkosten , bislang waren es 90 Prozent, dazu kommt ein Sachkostenzuschuss, also für Miete, Hefte und ähnliches, über maximal zehn Prozent der Personalkosten .

Weiter einstimmig abgesegnet wurden unter anderem Richtlinien zur Verteilung von Spendengeldern, die das Land eingesammelt hat. 6800 Euro sind dem Saarpfalz-Kreis zugedacht. Sie sollen in Integrationsbemühungen für Flüchtlinge fließen, hieß es weiter.

Zum Thema:

Hintergrund Auf Veranlassung der CDU-Fraktion ist am Donnerstagabend bei der Sitzung des Kreistages die Entscheidung über den Antrag der Gemeinschaftsschule St. Ingbert-Rohrbach auf Einrichtung einer gebundenen Ganztagsschule von der Tagesordnung genommen worden. Peter Nagel hatte für eine Verschiebung geworben, da sich die CDU ein Bild machen wolle. Dabei werde man aber die Beschlussfassung der Schule respektieren. Diese hatte die Umwandlung in eine echte Ganztagseinrichtung beantragt. ust