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Kreis plant Familienhilfezentrum

 Das Familienhilfezentrum soll nach Kreisplänen am alten Krankenhaus entstehen. Foto: Schetting
Das Familienhilfezentrum soll nach Kreisplänen am alten Krankenhaus entstehen. Foto: Schetting
St. Ingbert. Lob und Kritik gab es von den Mitgliedern des Kultur- und Sozialausschusses für den Landrat des Saarpfalz-Kreises, Clemens Lindemann und dessen feste Absicht, nach Homburg, Blieskastel und Bexbach nun ein viertes Familienhilfezentrum in St. Ingbert zu bauen.57 St. Ingberter Familien nehmen derzeit die Hilfs- und Beratungsangebote der Homburger Einrichtung in Anspruch Von SZ-Mitarbeiter Oliver Bergmann

St. Ingbert. Lob und Kritik gab es von den Mitgliedern des Kultur- und Sozialausschusses für den Landrat des Saarpfalz-Kreises, Clemens Lindemann und dessen feste Absicht, nach Homburg, Blieskastel und Bexbach nun ein viertes Familienhilfezentrum in St. Ingbert zu bauen.57 St. Ingberter Familien nehmen derzeit die Hilfs- und Beratungsangebote der Homburger Einrichtung in Anspruch. Das Familienhilfezentrum soll zahlreiche Angebote unter einem Dach bieten: Erziehungshilfen teilstationärer und ambulanter Art, Ehe-, Lebens- und Erziehungsberatung, Schülerförderung, Präventionsangebote und vielleicht auch einmal eine eigene Kindertagesstätte. "Trotz sinkender Kinderzahlen steigen die Kosten. Es besteht dringender Handlungsbedarf, deshalb sollten wir keine Zeit mehr verlieren", sagte Kreis-Jugendamtsleiter Klaus Guido Ruffing vor dem Ausschuss. Getragen wird das Zentrum von der Arbeiterwohlfahrt, der Caritas, der Lebenshilfe und dem Jugendamt des Saarpfalz-Kreises. Trotzdem gibt es Ärger - und der bezieht sich auf den geplanten Standort.


Der Kreis hat gemeinsam mit der Stadt zahlreiche Optionen geprüft, darunter die Baumwollspinnerei, das frühere Gebäude der inzwischen insolventen Westpfälzischen Verlagsdruckerei (WVD), die ehemalige Pfarrgass-Schule, sogar die Tischtennishalle an der Gustav-Clauss-Anlage kam in Betracht. Durchgesetzt hat sich aber ein freies Grundstück im Gesundheitspark an der Elversberger Straße, auf dem ein Neubau entstehen soll.

Diese Entscheidung löste im Ausschuss weitgehend heftiges Kopfschütteln aus. Heinz Dabrock (Familien-Partei) favorisiert weiterhin das WVD-Gelände: "Dort gäbe es einen Zugang zum Rathaus und in die Fußgängerzone, die mit Frequenzproblemen kämpft." Ursula Schmitt, die Ausschuss-Sprecherin der CDU, richtete sich direkt an den Landrat: "Dass in der Innenstadt keine Möglichkeit dafür gewesen wäre, nehme ich Ihnen nicht ab. Und bauen Sie die bestehenden Kitas aus, anstatt neue zu errichten."



Clemens Lindemann wies die Behauptung, der Kreis habe die zentrumsnahen Möglichkeiten nicht gründlich genug geprüft, entschieden zurück. Die neue Nutzung bestehender Gebäude sei außerdem in der Regel teurer als ein Neubau. "Zudem gibt es in St. Ingbert keinen Ort, der so gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist." Beim Stichwort "Verkehr" blies Schmitt erneut zum Angriff. "Im Verkehrsgutachten ist die Krankenhaus-Einmündung an der Elversberger Straße als problematisch eingestuft worden." Von dem Plan, dort einen Kreisverkehr zu bauen, weiß Lindemann. "Der wäre längst da, wenn die Kommunikation zwischen Stadt und Kreis etwas geschmeidiger gewesen wäre."

Rückendeckung erhielt der Landrat vom Vorsitzenden der St. Ingberter FDP, Andreas Gaa. "Wir stehen wieder vor dem typischen St. Ingberter Problem: Es wird alles zerredet. Ich denke, Sie haben den richtigen Standort gefunden, also lasst uns anfangen."

So schnell geht es aber dann doch nicht. Zunächst müssen die Kosten im Haushaltsplan 2013 eingeplant werden.