Kreatives und flexibles Nikolauskonzert

Kreatives und flexibles Nikolauskonzert

Musiker der St. Ingberter Musikschule gaben am vergangenen Samstag ein Nikolauskonzert in der Schulturnhalle in Hassel. Auf dem Programm standen unter anderem Kompositionen von Schubert und Leopold Mozart. Auch Weihnachtsklassiker wie „Feliz Navidad“ erklangen in der Halle.

. Kreativ und flexibel muss er sein, der Künstler. Das traf auch auf die über 40 Musiker der St. Ingberter Musikschule zu, die ihren Platz nicht wie gemeinhin üblich auf der Bühne fanden, sondern in der alten Schulturnhalle Hassel unterhalb davon Platz nahmen. Flexibilität wurde aber auch von den Zuhörern erwartet, die das Nikolauskonzert zum Teil von der normalerweise den Musikern vorbehaltenen erhöhten Bühnenposition verfolgten.

Frederike Tosolini, die am Samstag durch's Programm führte, sah das Ganze pragmatisch: "Es ist so voll, ich weiß nicht, ob das feuerschutztechnisch in Ordnung ist. Aber der Oberbürgermeister ist da, da sagen wir einfach, es ist genehmigt." Mit dem Gitarrenchor und einem Weihnachtsmedley begann das Konzert, gefolgt vom "Neuzugang" Daniel Thull, der mit seiner Querflöte erst nach den Herbstferien mit dem Musikunterricht begonnen hat. Die erste Vorstellung des Achtjährigen außer Haus sozusagen. Dann das "Experiment" von Lehrerin Tosolini: "Finja spielt Blockflöte und ich Geige, passt das? Mancher Schullehrer sagt ,Nein', aber wir zeigen, dass es geht." Und wie. Bei "Lieb Nachtigall wach auf" konnte man sich zu diesem Zeitpunkt wohl keine andere Kombination vorstellen.

Wiegenlied von Schubert

Und dann kam ein Wiegenlied von Schubert, das so geheim war, das es nicht mal im Programmheft vermerkt war. Doch dank der guten Moderation fiel der Fehler des vergessenen Liedes kaum ins Gewicht. Das Klavier musste dann dem "Christmas Drumming" mit Paul weichen, der mit der neuen Schlagzeuglehrerin Christina Bost zeigte, das sich auch Schlagzeug für weihnachtliche Melodien eignet. Zwischendrin wurden die Noten beiseite gelegt und ein Buch zur Hand genommen, aus dem Lilly eine Weihnachtsgeschichte vortrug. Das spanische "Feliz Navidad" leitete dann zur "Musikalischen Schlittenfahrt" von Leopold Mozart über, bei der wiederum das Improvisationstalent der Instrumentallehrer gefragt war.

Nicht alle der vom Komponisten vorgesehenen Instrumente sind im Nachwuchsorchester vorhanden, weshalb Noten für die Instrumente geschrieben wurden, über die man auch verfügt. "Alles, was sich in Musik verarbeiten lässt, hat Leopold Mozart hier untergebracht", so Tosolini, nur eine komplette Partitur musste noch her. Für die Zuhörer hörte sich das sehr stimmig an und die Musiker bewiesen Humor und Stimme, als sie die galoppierenden Pferde nachahmten. Ein gelungenes Konzert, bei dem die vielen Gäste wegen des Platzangebots zusammenrücken mussten. "Gemütlich war's", brachte es der Leiter der Musikschule, Everard Sigal, auf einen Satz.