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Kraftvoller Film über den Völkermord an den Armeniern

Kraftvoller Film über den Völkermord an den Armeniern

Der letzte Teil einer Trilogie zeigt in kraftvollen Bildern die Geschichte des jungen Schmieds Nazaret und seiner Töchter. Der Hamburger Regisseur Fatih Akin hat sich mit dem Völkermord an Armeniern auseinandergesetzt.

. "The Cut" ist ein besonderer Film in der Karriere des Regisseurs Fatih Akin ("Gegen die Wand", "Soul kitchen"). Und mit den Darstellern Tahar Rahim, Simon Abkarian , Makram J. Khoury, Hindi Zahra, Trine Dyrholm und Moritz Bleibtreu weist der Film, der am Samstag, 25. April, 20 Uhr; Sonntag, 26. April, 20 Uhr, sowie Montag, 27. April, 20 Uhr, in der Kinowerkstatt in St. Ingbert läuft, auch eine interessante Besetzung auf.

Im Mittelpunkt: Der junge Schmied Nazaret und seine Töchter. Er ist ein angesehenes Mitglied der armenischen Gemeinde in der ostanatolischen Stadt Mardin. Eines Nachts im Herbst 1915 wird er wie alle armenischen Männer von der türkischen Gendarmerie verhaftet und abgeführt. Er soll ermordet werden. Nachdem es ihm gelingt, den Horror des Völkermordes zu überleben, erreicht ihn Jahre später die Nachricht, dass auch seine Zwillingstöchter am Leben sind. Besessen von dem Gedanken, sie wiederzufinden, folgt er ihren Spuren. Sie führen ihn von den Wüsten Mesopotamiens über Havanna bis in die einsamen Prärien North Dakotas. Auf seiner Odyssee begegnet er im Lauf der Zeit den unterschiedlichsten Menschen. Die an Schauplätzen rund um die Welt gedrehte Produktion ist seine bislang teuerste. Sie ist auch das Werk, bei dem der Hamburger Regisseur seinem großen Vorbild Martin Scorsese nicht nur filmisch (wie bei seinem Debüt "Kurz und schmerzlos"), sondern auch persönlich ganz nahe kam: Akin holte sich zum einen Scorseses früheren Drehbuchschreiber Mardik Martin als Co-Autor an Bord, vor allem aber sah sich der Oscar-Preisträger persönlich eine frühe Rohfassung von "The Cut" an und gab Akin Hilfestellungen für den weiteren Schnitt. Und schließlich wagt sich der deutsch-türkische Regisseur mit seinem Spielfilm hier an ein ebenso gewichtiges wie umstrittenes Thema: Die in der Türkei über Jahrzehnte systematisch totgeschwiegene Vertreibung und Ermordung hunderttausender Armenier vor genau 100 Jahren während des Ersten Weltkriegs.

Was nicht nur in Armenien, sondern auch in Frankreich und vielen anderen Ländern und jetzt auch in Deutschland offiziell als Völkermord eingestuft wird, will Akin unbedingt einer möglichst großen Öffentlichkeit ins Bewusstsein rufen. Seine Wut und sein Mitteilungsdrang sind in "The Cut" jederzeit spürbar und sorgen dafür, dass sein Film zu einem ungeheuer kraftvollen und eindringlichen Drama über ein viel zu wenig beachtetes Kapitel der Weltgeschichte wird.

Fatih Akin vollendet damit seine mit "Gegen die Wand" begonnene und mit "Auf der anderen Seite" fortgesetzte "Liebe, Tod und Teufel"-Trilogie und kommt an den vorläufigen Endpunkt seiner persönlichen Reise vom Intimen zum Epischen.

kinowerkstatt.de