Konzert in St. Ingbert Beeindruckende Soli und ein überraschender Gesangsbeitrag

St Ingbert · Viel Beifall gab es beim traditionellen Herbstkonzert des Städtischen Orchesters am Sonntagnachmittag in der St. Ingberter Stadthalle.

Das Städtische Orchester St. Ingbert bei seinem diesjährigen Herbstkonzert in der Stadthalle St. Ingbert mit seinem Dirigenten Maximilian Argmann.

Das Städtische Orchester St. Ingbert bei seinem diesjährigen Herbstkonzert in der Stadthalle St. Ingbert mit seinem Dirigenten Maximilian Argmann.

Foto: Jörg Martin​

Der Totensonntag gilt naturgemäß nicht unbedingt als Tag der Freude. Dass eine würdevolle Musikveranstaltung an diesem Tag dem Anlass durchaus angemessen sein kann, bewies am vergangenen Sonntag das Städtische Orchester St. Ingbert. Das traditionelle Herbstkonzert unter dem Motto „Selten Gehörtes und Altbekanntes“ war gut besucht.

Man wolle gemeinsam in „die zauberhafte Welt der Musik einlauschen“, meinte Bernhard Betz in seiner Begrüßung. Der Vorsitzende wies auch darauf hin, dass es eine Besonderheit gäbe: Der Violinist Gerhard Uhl gehöre dem Orchester seit 75 Jahren als aktives Mitglied an. Unter der Leitung von Dirigent Maximilian Argmann bot das Orchester wieder ein Programm, das keine Wünsche offenließ. Mit der Ouvertüre in D-Dur, D. 26, startete man in den Abend. Dabei handelte es sich um ein Werk von Franz Schubert, welches dieser im Alter von 15 Jahren komponiert hatte. Auch die Ouvertüre zu der Oper „Der Kalif von Bagdad“ (Francois Adrien Boildieu) ist nicht gerade ein Werk, welches ständig auf den Programmen von Orchestern der Region zu finden ist. Das gediegene und zugleich flotte Werk überzeugte in St. Ingbert. Stellenweise war auch ein „Super!“ in einigen Reihen zu hören. Ein mehr als gutes Zusammenspiel zwischen dem Orchester und der Querflötistin bewies man beim Auftritt von Ulrike Hempelmann. Die Solistin, die von 2002 bis 2020 Vorsitzende des Vereins war und dort heute auch noch aktiv ist, verlieh mit dem Konzert für Flöte, op. 6 no. 6, von Carl Friedrich Abel, eine mehr als besondere Note. Das machte sich hinterher auch am besonders langen und intensiven Applaus bemerkbar.

Bei einem weiteren Solisten, nämlich dem Pianisten Julius Paul, war das nicht anders. Der Gastmusiker hatte sich ein attraktives und zugleich populäres Werk ausgesucht: Mozarts Klavierkonzert Nr. 21, KV 467, II. Andante. Der Auftritt erhielt nicht nur wegen des schönen Anteils der Streicher einen mehr als langen Applaus. Paul durfte auch gleich danach noch eine Zugabe beisteuern und wurde dann mit „Bravo!“-Rufen belohnt. Die Ouvertüre zu „Martha“, der Oper von Friedrich von Flotow, begeisterte alleine wegen ihrer Vielfalt. Einen kleinen Gegenpunkt zum bisherigen Programmschwerpunkt bewies man dann mit der Polka des tschechischen Komponisten Bedřich Smetana. Klanggewaltig und flott gab sich dann „Der Einmarsch des Bojaren“. Die Suite Nr. 1 aus „L’ Arlésienne“ von Georges Bizet ist bekannt für ihre Vielseitigkeit. Das Werk kam auch am Sonntag an. Am Ende forderten die Konzertbesucher eine Zugabe. Die kam natürlich prompt und war jedoch anders als vermutet: Dirigent Maximilian Argmann hatte sich in seiner Ankündigung, offensichtlich mit Absicht, etwas kryptisch ausgedrückt und ließ den Titel offen. Am Ende spielte das Orchester nicht nur „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Argmann verließ plötzlich und unerwartet das Dirigentenpult und sang selbst. Das kam so gut an, dass die Zugabe wegen des andauernden Applauses wiederholt werden musste. Und auch danach gab es noch stehende Ovationen.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort