Konzert des Hausmusikkreises der VHS St. Ingbert

VHS : Der Hausmusikkreis begeisterte mit Ohrwürmern

Manchmal muss man, obwohl eine Traditionsveranstaltung über Jahre hinweg mehr als erfolgreich läuft, ein wenig frischen Wind hineinbringen. So geschehen am Sonntagnachmittag, als der Leiter des Hausmusikkreises der Volkshochschule St.

Ingbert beim Konzert im Kulturhaus zu einem Gag ausholen wollte. Helmut Haag plante, unmittelbar vor Beginn von „Wien bleibt Wien“, so zu tun, als habe er den Taktstock vergessen. Und dann vergaß er ihn tatsächlich. Der Gag war, wenn auch unfreiwillig, perfekt gelungen und sorgte für Erheiterung.

„Wir haben wieder einen bunten Strauß an bunten Melodien der leichten Muse zusammengestellt“, kündigte der Dirigent an. Haag hatte nach „Plaisir d’Amour“ bereits eine erfreuliche Nachricht für die Stammbesucher in der Villa Martin parat: Das Konzert, welches üblicherweise den Abschluss des VHS-Semesters darstellt, wird 2020 mehr Titel zum Mitsingen im Programm haben. Die Sangeslust habe er schon öfters, so auch heute ausgemacht, und das möchte er gerne noch mehr fördern, so Helmut Haag weiter. Die Musiker hielten sich unter anderem mit „Sous le Ciel de Paris“ eine Weile in Paris auf. „Sie können gerne mitsummen,“ rief Haag schmunzelnd dem Publikum bei „Ganz Paris träumt von der Liebe“ zu, welches die Geigerin Barbara Birtel mit ihrem Gesang begleitete. „Italien, langsamer Walzer – wie passt das zusammen?“, ulkte der Orchesterchef, als er „Faszination II“ ankündigte. Man könne ja, trotz engen Platzes, eine kleine Tanzfläche aufbauen. Davon machte niemand Gebrauch. Dafür traute sich draußen im Park, wo etliche Besucher das Konzert verfolgten, ein Mann mitzuklatschen. Helmut Haag ließ sich wohl von der Titelmusik aus „Der dritte Mann“ dermaßen anstecken, dass er mittänzelte. Ob die Bravo!-Rufe hinterher nur ihm galten, ist nicht bekannt. Christoph Sandner erhielt für sein Geigen-Solo zum „Präludium und Allegro“ von Georg Kreisler einen besonders langen Applaus.

Im zweiten Teil setzte man auf einen alten Bekannten“, nämlich auf den Tango „El Choclo“ („Der Maiskolben“), dessen Entstehungsgeschichte Musiker Wolfgang Birtel erläuterte. Das Stück hat über viele Jahre im Programm sein Fangemeinde gefunden, was sich auch am Bravo!-Ruf danach feststellen ließ. Da passten die romantischen Züge von „Valse triste“ perfekt in den Anschluss. Als dann Helmut Haag „Die Caprifischer“, ankündigte, ging ein langes „Ahhhh…“ durch die Reihen. Da hatte nicht nur der Dirigent seinen Spaß. Er setzte dieses Mal mit einer Premiere neue Akzente: „East oft the Sun“ von Frank Sinatra, gesungen von Barbara Birtel, schallte anschließend durch das elegante Gebäude. Mit zwei Stammtiteln im Repertoire, „Por una Cabeza“ und „Besame Mucho“, endete ein mehr als kurzweiliges Konzert. Letzterer wurde als Zugabe erneut gegeben. „Ich liebe die Konzerte. Die Musik aus meiner Jugend hört man ja heute nimmer“, freute sich Besucherin Hanne Stein.

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