Kolumne : Der Wahlkampf geht weiter

Hans Wagner, der noch amtierende Oberbürgermeister, hat offenbar glühende Fans und Freunde. Die toben sich gerade in Facebook aus. Mit drastischen Worten. Einige Namen tauchen dabei immer wieder auf.

Namen von Leuten, bei denen sich schon beim Anblick einer PC-Tastatur viel Schaum vorm Mund bildet. Und die dann eifrig reinhacken in ihren Rechner. Tolle Form der Auseinandersetzung, Respekt. Manchmal handelt es bei solchen Menschen um diejenigen, die auf die geistig verlotterte und verkommene „Jugend von heute“ schimpfen. Und sich über deren Benehmen aufregen. Herzlich willkommen in St. Ingbert. Willkommen in der Realität. Hier ist es nicht der jugendliche Übermut, der sich Bahn bricht, sondern die teils wunderlichen, teils sehr aggressiven Schimpfkanonaden älterer Herrschaften. Und dabei geht es nur darum, dass, wie berichtet, die Stadt St. Ingbert nachgewiesenermaßen nicht zwei Mal den Nachhaltigkeitspreis gewonnen hat, sondern nur zwei Mal nominiert war. In einem Wahlprospekt des Noch-OB steht aber genau das Gegenteil. Er schreibt, dass man diesen Preis eingeheimst hat. Wer einem richtig leid tun kann in diesem Trauerspiel sind die Damen und Herren, die St. Ingbert hinsichtlich ökologischer Nachhaltigkeit sehr, sehr weit nach vorne gebracht haben. Durch die Unwahrheiten ihres Dienstherren wird ihre Arbeit in Misskredit gebracht. Bei ihm können sie sich bedanken. Fürs unnötige Aufschneiden in Wahlkampfzeiten.

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