Kolumne zu St. Ingbert Nur St. Ingberts Finger am richtigen Loch

Das „blau“ ist um eine Anekdote reicher, weil der Innenminister über die finanzielle Förderung eines Neubaus pointiert zu erzählen weiß.

Kolumne von Manfred Schetting zum blau und Reinhold Jost
Foto: Robby Lorenz

Bei einem Termin im „Blau“ ließ sich in dieser Woche wieder einiges über die Rolle St. Ingberts im Land lernen. Innenminister Reinhold Jost gab dort nämlich eine geradezu anekdotische Erklärung zu Fördermitteln ab. So hatte Josts Vorgänger Klaus Bouillon 2019 von einem ursprünglich erhofften großen Bäderkonzept für das Saarland wenigstens eine „ganz neue Finanzierungsbegleitung“ für Lehr- und Lehrschwimmbecken gerettet. In diesem Fördertopf waren fünf Millionen Euro. Knapp drei Millionen davon bewilligte das Ministerium für Inneres, Bauen und Sport für die Schaffung eines neuen Lehrschwimmbeckens im St. Ingberter „Blau“, das jetzt fertiggestellt wurde. Stellte sich sofort die Frage, wo denn die restlichen zwei Millionen verwendet wurden. O-Ton Jost: „Die verteilen sich auf die, die sich noch nicht gemeldet haben“. Und schon war eine Brücke zum besonderen Lob gebaut: „St. Ingbert konnte hier noch mal unter Beweis stellen, dass es zu den Städten mit dem größten Potenzial im Saarland zählt“.

Auch der Minister wusste außerdem, dass das Geld für das St. Ingberter Schwimmbad in gute Hände geriet. Nämlich in die von Hubert Wagner, dem Übervater des „Blau“. Der sei nämlich, „ein Macher mit Weitblick, wie sie unser Land häufiger braucht“, so Jost. OB Ulli Meyer bescheinigte dem früheren Geschäftsführer der Stadtwerke St. Ingbert zudem, dass er sich um die Baumaßnahmen im St. Ingberter Bad stets so gekümmert habe, als ginge es um sein Privathaus. Dass Hubert Wagner jetzt verdiente Meriten erntet, hängt auch damit zusammen, dass er mit dem jüngsten Neubau sein in den Ruhestand verlängertes Projekt „Blau“ zum Abschluss gebracht hat. Was künftig das „Blau“ in der Liga der „besten Bäder im Südwesten“ halten soll, müssen eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger des leidenschaftlichen Bädermanagers regeln.

Dieser Job fürs „Blau“ ist ein schweres Erbe. Hubert Wagner hat es über Jahre geschafft, durch wertige Erweiterungen den Badegästen immer den Eindruck zu vermitteln, das St. Ingberter Bad sei auf dem neuesten Stand. Das war eine Kunst, denn Schwimmbäder altern schnell. Doch jetzt sind die Möglichkeiten im „Blau“ sowohl technisch wie räumlich ausgereizt. Die nächsten Projekte werden sich um Unterhaltungs- und Betriebskosten und vor allem Eintrittspreise drehen. Zum Glück verschafft der aktuelle Top-Zustand den künftigen „Blau“-Machern aber Zeit, sich an diese Herausforderungen zu gewöhnen.