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Kolumne von Manfred Schetting zu Albert Weisgerber

Kolumne für St. Ingbert : Weisgerber auf dem Handy

Seit der Schließung des Albert-Weisgerber-Museums im heutigen Landesverwaltungsamt im Jahr 2007 hat es unzählige Versuche gegeben, die Erinnerung an St. Ingberts größten Künstlersohn wachzuhalten.

Noch aktuell ist die Verleihung des Albert-Weisgerber-Preises an Sigrún Ólafsdóttir im November. Ganz aktuell ist derweil das neue „Virtuelle Museum im Stadtraum St. Ingbert“, das in dieser Woche offiziell vorgestellt wurde. Der Rundgang mit zehn Info-Tafeln ist gut und populär genug gemacht, dass ihn alle St. Ingberter und Auswärtige auch ohne Kunst- und Geschichtsstudium leicht verstehen können. Und für die junge Handy-Generation bietet er einen Anreiz, den Kunstunterricht etwas aufzupeppen und mit einem inspirierenden Stadtrundgang zu verbinden.

Mit dem Konzept des Rundgangs auf Weisgerbers Spuren haben  Studierende der Hochschule für Bildende Kunst Saar (HBK) ein Meisterwerk geschaffen. Dabei hatten auch die aus dem Saarland stammenden Kunststudenten vor dem Projekt zum „Malerstar aus dem Saarland“ nur eine oberflächliche Ahnung von Weisgerbers Leben und Werk, wie Professor Matthias Winzen von der HBK vor einer der Info-Tafeln in der Fußgängerzone zu berichten wusste. Die Vielfalt seines künstlerischen Wirken habe aber viel Respekt hinterlassen und sogar neue Forschungsergebnisse ermöglicht, etwa zu Albert Weisgerbers im- und expressionistischer Neuinterpretation der religiösen Kunst, so Winzen. Biografische Fakten hinterließen ebenfalls bleibenden Eindruck bei jenen, die gerade am Anfang von Beruf und Karriere stehen. Der heimatverbundene Albert Weisgerber war schon in jungen Jahren mit vielen bedeutenden Kunstgrößen seiner Zeit eng vernetzt und nutzte seine nur 37 Lebensjahre, um ein bis heute beachtetes Oeuvre zu schaffen.

Zum guten Schluss muss allerdings noch einmal in einer offenen Wunde gebohrt werden: Wann das neue Albert-Weisgerber-Museum in der alten Baumwollspinnerei erstmals Werke des St. Ingberter Künstlers zeigen kann, steht in den Sternen. 2025 ist Weisgerbers 110. Todestag, 2027 wären es 20 Jahre ohne Museum und 2028 ist der 150. Geburtstag des Künstlers.