Wochenkolumne : Halloween contra Totenmonat

Ich war mal wieder nicht zu Hause, als diese Woche die Kinder um die Häuser zogen, an den Türen klingelten und „Süßes oder Saures“ einforderten. Halloween eben, der Abend vor Allerheiligen. Als wir, die (vermeintlich) Alten, noch Kinder waren, sind wir auch von Haustür zu Haustür gezogen und haben gebettelt – an Faasenacht.

„Bin e klääna Keenisch, gebb ma nit zu weenisch“. Dass sich unsere Eltern in Grund und Boden schämten, hat uns gar nicht interessiert.

Halloween – für die Kleinen ist es ja eine lustige Sache, wir Erwachsene wiederum haben den Totenmonat November vor Augen, der den Mensch mit seinen Feiertagen dazu zwingt, sich die eigene Vergänglichkeit vor Augen zu führen. Sie lässt sich da nicht mehr so leicht verdrängen. Vorübergehend vergessen kann man sie vielleicht. Indem man das Oktoberfest auf den Blieskasteler Wiesn besucht. Das war auch dieses Jahr eine gefeierte Festzelt-Sause. Und wie man so hört, soll sich der ein oder andere Gast in Krachledernen oder Dirndl zu später Stunde nach dem Genuss mehrerer Moaß neben den Bänken schlafen gelegt haben – gute Nacht. Soviel zum Thema Vergessen. Unvergessen bleibt hingegen wohl die Halloween-Freiluft-Sause vom Donnerstagabend in der Blieskasteler Innenstadt. Übrigens „feiern“ viele Eltern das ganze Jahr über Halloween. Beim täglichen Blick ins Kinderzimmer. Das ist dann tatsächlich sehr zum Gruseln . . .

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