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Kolumne Unsere Woche zum Wahlkampf in St. Ingbert

Wochenkolumne : Mit roten Eiern und Schnittlauch

Eier, wir brauchen Eier!“ Dieses legendäre Motto, das dereinst Torwart-Titan Oliver Kahn in die Fernsehkameras brüllte, hat sich wohl die St. Ingberter Parteienlandschaft zum Wahlkampfmotto gemacht.

Immerhin haben allein die Genossen von der SPD rund 4300 rot bepinselte Wahlkampfhelferchen unters Volk gebracht am Osterwochenende. Bei ihrem Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt scheint das Motto eher zu lauten: Aller guten Dinge sind drei: Wirft Sven Meier doch bereits zum dritten Mal seinen Hut in den Ring. Die Freien Wähler haben ebenfalls auf das Eier-Motto gesetzt und gute 1100 davon als Gesprächseinstieg für Interessierte und noch Unentschlossene genutzt. Am Wahlkampfstand direkt daneben versuchte die CDU ihr Glück mit dem lieben Osterhasen, der vor allem bei Kindern gut gezogen hat. Deren OB-Kandidat Ulli Meyer war in diesen Tagen übrigens in Urlaub. Das nenne ich Tiefenentspanntheit. Ob auch die Christdemokraten österliche Devotionalien in Eierform verteilt haben, ist in der Wahlkampf-Passionsgeschichte nicht überliefert. Wohl aber, dass der Vorsitzende der Freien Wähler, Roland Düpre, angeboten haben soll, zum nächsten Wahlkampftermin ein Eiersalatrezept und Schnittlauch mitzubringen, damit die frommen Gaben einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden können. Ein Vorschlag, so nachhaltig, dass man ihr eher den Grünen zugeordnet hätte.

Diese machen in der heißen Phase des Wahlkampf aber eher durch harsche Kritik an allerlei Bauvorhaben von Oberbürgermeister Hans Wagner von sich reden. Sei es nun der Edeka-Markt, sei es der Fitnessparcours, den der OB gerade noch rechtzeitig vor der Wahl medienwirksam einweihen ließ. An diesem schönen Projekt also, finanziell getragen vom Verein mit dem klangvollsten aller Namen, dem „Verein zur Förderung der sozialen und kulturellen Belange in der Mittelstadt St. Ingbert“, entzündet sich nun erneut die Kritik der Grünen.

Verständlich einerseits, soll doch die Stadt künftig für die anfallenden Kosten der Wartung und Instandhaltung der Anlage aufkommen – ohne dass sie bei der Planung des Projekts ein Wörtchen mitreden durfte. Unverständlich andererseits, sitzt doch der Hauptkritiker Jürgen Berthold als „kritisches Mitglied“, wie er selbst gern sagt, im Förderverein, der das Projekt bereits im September 2018 auf den Weg gebracht hat. Wieso also kommt die Kritik erst jetzt? So fluchen die Einen über „Wahlkampfgeschenke“, die Anderen lamentieren über „Blockadehaltung“ – und am Ende gehen alle den Bürgern mit dem Wahlkampfgetöse gewaltig auf die... na, Sie wissen schon.