Kolumne Unsere Woche in St. Ingbert: Mehr Mut bei der Elektromobilität

Kolumne Unsere Woche : Den erfolgreichen Weg mutig weitergehen

Mehr Nachhaltigkeit, auch im Verkehr! Die Forderung nach einem Umdenken beim Thema Mobilität hört man zurzeit recht häufig. In St. Ingbert ist man deswegen auch nicht ganz zu Unrecht stolz auf über 400 zugelassene Elektro- und Hybridfahrzeuge in der Mittelstadt.

Der ehemalige Oberbürgermeister Hans Wagner hatte das Thema Elektromobiliät immerhin ganz groß auf seine Agenda geschrieben. Fast genauso bekannt wie er selber: sein Dienstwagen – ein elektrisch betriebener Renault Zoe.

Neue Ladestationen für die stromhungrigen Fahrzeuge gibt es auch zunehmend in der Stadt. Zu den bisherigen sieben, sollen mindestens vier neue dazukommen, wie es aus der Stadtverwaltung heißt. Warum man beim Stadtbus dagegen lieber abwartet, wenn es um die Umstellung auf Elektrobusse geht, ist dagegen eher weniger verständlich. Im Umweltausschuss hieß es dazu vor zwei Jahren: nicht praktikabel. Zu teuer das Ganze. Man müsste die bisherige Busflotte nahezu verdoppeln, da ein Teil immer an der Ladestation hängen würde. Auch müsste man weitere Busfahrer einstellen. Auch jetzt noch führt die Stadtverwaltung, wenn man sie nach dem Thema fragt, die mangelnde Praktikabilität als Argument auf. Wieso aber die Scheu davor?

Die Arbeitslosenquote ist im Saarpfalz-Kreis im Vergleich zum Vorjahr relativ gleich geblieben. Dem stehen aber immer weniger freie Stellen entgegen. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze dürfte für die knapp 2000 Arbeitslosen im Kreis daher nur von Vorteil sein. Doch auch von denen, die arbeiten, kann sich nicht jeder ein Auto leisten, geschweige denn ein E-Auto. Und das trotz der verstärkten Förderungen vom Bund. Wer deswegen auf den örtlichen Nahverkehr angewiesen ist, wünscht sich vielleicht auch, dass das Gefährt, in dem er gerade sitzt, kein klimaschädliches Kohlenstoffdioxid verbreitet. Zudem hat der Bund beim jüngsten „Autogipfel“ in Berlin eine verstärkte Förderung der Elektromobilität angekündigt. In St. Ingbert unterstützt er bereits eine Studie mit über 34 000 Euro, die die technische Umstellung der Ingo-Busse auf Elektroantrieb prüft.

Es wäre wünschenswert, dass sich der neue OB Ulli Meyer genauso stark bei dem Thema macht, wie sein Amtsvorgänger. Ob nun gegenüber dem Bund, wenn es um neue Fördermittel geht, oder bei den Betrieben dafür wirbt, den bisherigen mutigen und erfolgreichen Weg in Sachen Elektromobilität weiterzugehen. Für die Bürger und Umwelt der Biosphärenstadt St. Ingbert kann es nur von Vorteil sein.

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