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Kniffliger Transport: Weihnachbaum für Fußgängerzone in St. Ingbert

Tanne für St. Ingberter Innenstadt : Vom Knast in die Fußgängerzone transportiert

Der Weihnachtsbaum, der in diesem Jahr vor der Alten Kirche in St. Ingbert steht, ist am Montag vor der JVA gefällt worden.

Der Baum mit der kürzesten Anreise ist er zweifellos, der in der Adventszeit für Weihnachtsstimmung in der Fußgängerzone sorgt. Der Baum der am Montag, 15. November, vor der Engelbertskirche aufgestellt wurde, stand vorher vor dem früheren Gefängnis in der Alten Bahnhofstraße. Dort war er zu groß geworden – kaum mehr Licht fiel in die Innenräume, die künftig der Musikschule dienen sollen. Zwei Blaufichten standen im Vorgarten des alten Gemäuers, die größere davon steht jetzt in der Innenstadt.

Bis es soweit war, hatte allerdings ein bewährtes Team seinen Einsatz, das seit vielen Jahren in der nahenden Adventszeit auf Fällung und Transport sperriger Bäume spezialisiert ist. Da ist zunächst Markus Bäcker von der Stadtgärtnerei. Er war als einer der ersten vor Ort, legte mit seiner Motorsäge zunächst den Stamm in Bodennähe frei, um Bewegungsspielraum zu haben. Alexander Ott schließlich kam mit dem Fünfzig-Tonnen-Kran. „So viel Kraft brauchen wir für diesen Baum nicht, aber das ist unser wendigster Kran, und in der engen Innenstadt sind wir darauf angewiesen, dass der Kran überall durchkommt“, berichtet der St. Ingberter, der seit 25 Jahren als Mobilkranführer arbeitet. „Das ist mein letzter Weihnachtsbaum“, er geht im kommenden Frühjahr in Rente.

Routiniert dirigierte er den mächtigen Kranausleger, und das Zusammenspiel mit Markus Bäcker funktioniert. Der musste zunächst die Fichte hochklettern. Ein paar Meter auf der Leiter, dann weiter von Ast zu Ast. Bis er im oberen Drittel des Baums den Haltegurt befestigen konnte, mit dem Alexander Ott den Baum während des eigentlichen Fällvorgangs auf Spannung hält. Denn Umfallen oder unkontrolliert kippen, das darf er keineswegs. Viel Feingefühl erfordert das bei Kranführer und Baumfäller.

Alexander Ott hatte dann schließlich auch die genauen Daten des Weihnachtsbaums: Er ist 15 Meter hoch und wiegt rund zweieinhalb Tonnen. Die zu transportieren ist allerdings eine Herausforderung. Christian König, der bei Waldi in Rohrbach arbeitet, fährt ebenfalls schon seit Jahren derartige Frachten. Das Problem dabei: Der Baum ist gut doppelt so breit wie sein Lkw. Aus der Alten Bahnhofstraße muss er rückwärts raus, denn vom Gefängnis bis vor die Engelbertskirche wäre die Passage zu schmal für die breite Fracht. „Da braucht man einen sehr guten Einweiser“, sagt Christian König.

Alles funktioniert nach Plan. Und eine gute halbe Stunde später treffen sich alle wieder vor der Engelbertskirche. Es ist schon ein wenig Routine, mit derart großen Lasten sicher zu hantieren. Zur Freude der Innenstadtbesucher, die sich über einen prächtigen Weihnachtsbaum freuen können. Der zweite Baum vor der früheren JVA wird übrigens seine Reise nach Rohrbach antreten und dort in der Adventszeit für besinnliche Stimmung sorgen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Tanne wird von JVA in die Fußgängrezone transportiert