Kleine Schätzchen aus längst vergangenen Saarstaat-Zeiten

Kleine Schätzchen aus längst vergangenen Saarstaat-Zeiten

In den Schulen des Saarstaates durften die Lehrerinnen nicht verheiratet sein. Dieses und anderes Wissen präsentierten dieser Tage die Rohrbacher Heimatfreunde mit Reiner Freyer. Der Sammler hatte viele Fotos mit im Gepäck.

Die Rohrbacher Heimatfreunde hatten zu einer Veranstaltung mit Rainer Freyer eingeladen. Der Vorsitzende Kurt Wachall, stellte Freyer als bedeutenden Sammler Saarländischer Fotos und Dokumenten vor. Sein Vortrag stand unter dem Motto "1945 bis 1959 - Vom Ende des Zweiten Weltkrieges über die Teilautonomie bis zum Anschluss an die Bundesrepublik". Zu Beginn erwähnte Freyer, dass er mittlerweile so viel Material gesammelt hat und somit vor kurzem ein zweites Buch veröffentlichen konnte. Hier stehen nicht mehr so sehr die politischen Aspekte im Vordergrund, sondern mehr die wirtschaftliche Situation im Saarland.

Über die zahlreichen Fotos, die er mitgebracht hatte und auf einer großen Leinwand gezeigt wurden, staunten die Besucher und waren überrascht über die "Schätzchen", die sich in seinem Archiv befinden. Viele interessante Themen stellte er vor und konnte auch so manches Kurioses aus der damaligen Zeit berichten. So war beim Thema "Schulen im Saarstaat" zu hören, dass Lehrerinnen nicht verheiratet sein durften. Oder beim Teil "Saarländische Kinos" wurde bekannt, dass den Kinobesuchern vor Beginn der Vorstellung noch eine Lektion in Französisch erteilt wurde. Weitere Programmpunkte waren die Saar-Treidelschifffahrt, die Saarländische Eisenbahn, sportliche Ereignisse, wie die Tour de France durch das Saarland und einige Themen mit besonderem Bezug auf Rohrbach . Es wurden Fotos der Firma JOBA Radiofabrik gezeigt. Eine Tochter des früheren Firmeninhabers war auch unter den anwesenden Gästen. Interessante Aufnahmen gab es auch über die Rohrbacher Faasenaachd zu sehen. Anschließend konnten die zahlreichen Besucher noch Fragen an den Autor stellen und selbst von ihren Erlebnissen aus der damaligen Zeit berichten. Hier zu erwähnen sind besonders die Ausführungen der Zeitzeugin Gisela Fuhr, die früher in Saarbrücken wohnte. Laut Freyer kann man auf seiner Website www.saar-nostalgie.de mittlerweile circa 300 Seiten mit über 3000 Fotos anklicken. Ein Besuch dort lohnt sich sehr.

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