Klare Signale vom Diedesbühl

So entspannt wurde in Rohrbach wohl noch nie über das Thema Lärmschutz diskutiert. Aufgrund klarer Signale von LfS und Festo ist das Ziel, die Aufstellung einer Lärmschutzwand entlang der A 6, ist greifbare Nähe gerückt.

Es ist zwar noch nichts spruchreif, aber vieles deutet darauf hin, dass die Rohrbacher zukünftig wieder etwas ruhiger schlafen können. Das wurde am Montagabend während der Sitzung des Rohrbacher Ortsrates deutlich, zu der zahlreiche betroffene Anwohner erschienen.

Mit vereinten Kräften sollen sie vor dem Lärm durch die A 6 geschützt werden, der nach der Rodung des Diedesbühls stark angestiegen ist. Inzwischen sind überschrittene Grenzwerte für die Nacht nachgewiesen. Der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) hat nun die Wiederaufforstung des abgeholzten Waldstreifens entlang der Autobahn zugesichert, Festo will sich an den Kosten für eine Lärmschutzwand beteiligen, obwohl die Firma rechtlich gar nicht dazu verpflichtet ist. Moralisch ist das vielleicht eher der Fall: Weil Festo auf dem Diedesbühl ein neues Kunststoff-Fertigungszentrum errichten lassen will, musste der Wald weichen. Er diente bis vor fünf Monaten als natürlicher Lärmschutz.

Zu diesem Thema wurde inzwischen auch ein runder Tisch eingerichtet, an dem Vertreter von Festo, Stadt, LfS, Anwohner und Mitglieder des Rohrbacher Ortsrates Platz nahmen.

Das Ergebnis dieses ersten Treffens formulierte der Vorsitzende der CDU-Ortsratsfraktion, Jörg Schuh, gleich in einem Antrag an die Stadtverwaltung. Sie soll schnellstmöglich die Verhandlungen für neuen Lärmschutz aufnehmen. Ziel soll eine wirksame Ersatzmaßnahme für den abgeholzten Wald sein, damit die ursprüngliche Wohnqualität wiederhergestellt werden kann.

Weder Politiker noch Anwohner versuchten, Festo den Schwarzen Peter in die Schuhe zu schieben. Denn alle sind sich einig: Festo ist wichtig für Rohrbach, der Verbleib der Firma im Ort wird Partei übergreifend von allen Seiten begrüßt, zumal weder die bisherige, noch die künftige Produktion die Lebensqualität Rohrbachs negativ beeinflusst.

Leise Kritik wurde höchstens an der Stadtverwaltung deutlich, die nicht immer über die neuesten Tendenzen informiert haben soll. "So kann man nicht mit uns umgehen", kritisierte Anwohner Hans-Georg Schlapp. Durch den runden Tisch, der von Baudirektor Martin Ruck moderiert wird, scheint auch dieses Problem gelöst.

Die Anwohner werden die weitere Entwicklung gespannt verfolgen und erst dann zufrieden sein, wenn die ursprüngliche Situation wieder hergestellt ist. Vielleicht kommt es aber noch besser: Da eine Seite der Lärmschutzwand nach Süden zeigt, brachte Anwohner Norbert Funk am runden Tisch die Installation von Photovoltaik-Elementen ins Spiel. Jörg Schuh hat auch schon eine Idee, woher das Geld kommen soll: "Durch den Weggang der ASW steht ja jetzt die Ludwigsschule leer. Dort könnte die Musikschule einziehen und die Stadt das Geld für den Umbau des Gefängnisses in den Lärmschutz stecken."

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