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KKH: Krankenstand explodiert – vor allem bei Frauen

KKH meldet : Krankenstand explodiert – bei Frauen

KKH-Bilanz: Im Frühjahr traten verstärkte Fälle von Ängsten, Depressionen und Erkältungssymptomen auf.

Ängste, Depressionen und Erkältungssymptome: Während der Corona-Pandemie sind laut Daten der KKH Kaufmännische Krankenkasse im März 2020 rekordverdächtig viele Menschen im Job ausgefallen. Der Krankenstand lag bundesweit bei 7,1 Prozent. Im Vorjahresmonat betrug er noch 5,6 Prozent. Vor allem bei den Frauen registriert die KKH einen Höchststand – insbesondere in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit Spitzenwerten von rund zehn Prozent.

Grund für die hohe Zahl an Krankmeldungen waren vor allem Erkältungskrankheiten. Aufgrund von Husten, Schnupfen und ähnlichen Symptomen haben sich im März zwei Prozent der Arbeitnehmer krankschreiben lassen – so viele wie lange nicht. Zum Vergleich: Im Vorjahresmonat waren es nur gut halb so viele. Am meisten von Atemwegserkrankungen betroffen waren etwa Mitarbeiter in der Kinderbetreuung und -erziehung sowie Alten- und Krankenpfleger beziehungsweise Krankenschwestern. „Aufgrund der Zahlen vermuten wir, dass in der Pandemie-Hochphase viele Arbeitnehmer bei Corona-ähnlichen Symptomen zu Hause geblieben sind, um andere Menschen nicht zu gefährden“, sagt Heiko Raber vom KKH-Serviceteam in Neunkirchen.

Bezeichnend: Mit zunehmender Lockerung der Corona-Regeln sank auch der Krankenstand wieder deutlich, im Mai und Juni war er sogar etwas niedriger als in den Vorjahresmonaten.

Die KKH verzeichnet für das erste Halbjahr insgesamt 523 Krankschreibungen von Arbeitnehmern aufgrund einer Corona-Infektion beziehungsweise wegen des Verdachts darauf. Am meisten betroffen waren Krankenpfleger beziehungsweise Krankenschwestern sowie Helfer und Fachkräfte in Pflege-, Alten- und Behindertenheimen. Dort war der Corona-bedingte Krankenstand mit jeweils 0,1 Prozent am höchsten. Im Durchschnitt wurde bei 0,02 Prozent der KKH-versicherten Arbeitnehmer Corona diagnostiziert beziehungsweise gab es bei ihnen den Verdacht auf eine Infektion. Die Krankheitsdauer lag bei durchschnittlich 12,4 Tagen, die längste Corona-bedingte Krankschreibung bei 34 Tagen. In der Corona-Krise ist auch die Zahl der psychischen Erkrankungen deutlich sichtbar gestiegen. Im ersten Halbjahr verzeichnet die KKH diesbezüglich rund 26 700 Fälle von Krankmeldungen, im Vorjahreszeitraum waren es noch rund 14 600. Das ist ein Plus von rund 80 Prozent.

„Es ist denkbar“, sagt Heiko Raber vom KKH-Serviceteam, „dass viele Menschen aufgrund von Existenzängsten durch Jobverlust und Kurzarbeit, der Furcht vor dem neuen Virus und den damit einhergehenden Lebensveränderungen nicht zurecht kamen und deshalb bereits während der Pandemie einen Arzt aufsuchten.“