Kita St. Hildegard spendet Kinder lernen: „Auch wir können teilen“

St. Ingbert · Kita St. Hildegard unterstützt Hilfe für Rumänien und den Kinderschutzbund mit Spenden.

 Die Kindergarten-Mitarbeiterin Alina Marx (hinten links) und Petra Gladen, Leiterin der Kleiderkammer des Kinderschutzbundes St. Ingbert (davor) freuen sich, wie viele Spenden dank des Einsatzes der Kinder zusammengekommen sind.

Die Kindergarten-Mitarbeiterin Alina Marx (hinten links) und Petra Gladen, Leiterin der Kleiderkammer des Kinderschutzbundes St. Ingbert (davor) freuen sich, wie viele Spenden dank des Einsatzes der Kinder zusammengekommen sind.

Foto: Stefan Bohlander

  Ruckzuck ist der hübsch hergerichtete Tisch mit den Geschenken abgeräumt. Der schauderhaft schreiende Godzilla verschwindet, mit diesem das Hühnchen und die Schokoriegel – sogar das Feuerwehrauto wird ins Auto getragen.Die Kinder des katholischen Kindergartens St. Hildegard haben ganze Arbeit geleistet und drei Fahrzeuge mit Spielwaren und Süßigkeiten bestückt. Das Ziel der bald startenden Reise: ein Lager in Klarenthal. Von dort aus wird alles auf einen Lastwagen verfrachtet, der in Richtung Rumänien startet.

„Beim St.-Martinsfest reflektierten die Kinder über das Teilen“, erklärt Kindergarten-Mitarbeiterin Alina Marx. Der später heilig gesprochene Martin von Tours soll einst seinen Mantel zerteilt und ihn einem Bettler geschenkt haben, damit dieser sich wärmen konnte. Diese Geschichte habe die Kinder zur Idee inspiriert: „Wir können ja auch teilen!“ Durch die familiäre Bindung von Alina Marx zu Nicole Hoffmann war auch ein Abnehmer für die Spenden gefunden: Sie ist Mitglied des Deutsch-Rumänischen Freundschaftskreises Saarland.

Dessen Vorsitzendem, Willi Gehring, gehört eines der Autos, die kurz vor Nikolaus beladen wurden. Die Spenden werden nach dem Verladen an rund 4300 rumänische Kinder verschenkt. „Ein ganzer Sattelschlepper voll“, wie Gehring ankündigte. Mit seinem Bruttogewicht von bis zu elf Tonnen an Spenden hat sich der Transport vor Weihnachten vom Saarland nach Rumänien in Bewegung gesetzt. Die Süßigkeiten selbst wurden in Weihnachtstüten vorsortiert, die nach Möglichkeit alle gleich bestückt waren. Die Spielsachen wurden in Kisten gepackt, woraus die Kinder, die in dem EU-Nachbarn teils in bettelarmer Armut leben, sich etwas nehmen können.

Ein weiteres vollgepacktes Auto gehört Petra Gladen, der Leiterin der Kleiderkammer des Kinderschutzbundes St. Ingbert. Ihre Enkelin besucht den Kindergarten, worauf der Gedanke aufkam, dass man auch Kindern vor Ort helfen könne. „Das sind richtig schöne Sachen“, freute sich Petra Gladen über die Spielgeräte und die Kleidungsstücke. Generell könne man gerne auch Spenden abgeben: Jeweils dienstags von 9 bis 11 Uhr ist die Geschäftsstelle der Einrichtung geöffnet.

Das Sammeln der Spenden war das Ergebnis einer Kinderkonferenz anlässlich des Martinsfestes im Kindergarten. Die Spenden wuchsen mit der Zeit immer mehr an: „Je mehr Eltern davon erfahren haben, desto mehr haben auch mitgemacht“`, erzählt Alina Marx, die sich mit ihren Kolleginnen Vanessa Müller und Nadia Amendola federführend um die Organisation der Sammelaktion gekümmert hatte. Bei besagter Konferenz wurde Solidarität auch in musikalischer Form durchgenommen. Der größte Erfolg dabei: Das Lied „Teilen ist der Hit“.

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