Kinderbetreuung kostet viel Geld

Zum dritten Mal finden in Deutschland die Aktionswochen der Jugendämter statt. Durch Informationen, Präsentationen und Veranstaltungen zeigt auch das Jugendamt des Saarpfalz-Kreises auf, welche konkreten Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten es für alle Kinder gibt. Wir stellen sie vor. Heute Teil 2: die Kinderbetreuung.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf - wer würde dieses Ziel nicht positiv bewerten? Doch wie und von wem wird es umgesetzt? "Das Jugendamt des Saarpfalz-Kreises unterstützt Familien mit Kindern in vielen Bereichen. Ein wichtiger davon ist der Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder. Denn: Ein qualitativ gutes und ausreichendes Angebot an Kinderbetreuungsplätzen ist ein wesentlicher Faktor, um Familie und Beruf gut unter einen Hut zu bringen", so Landrat Theophil Gallo .

Der Saarpfalz-Kreis investiert hier in Angebote der Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege. Diese Angebote kommen grundsätzlich allen zugute. Familien mit geringem Einkommen können darüber hinaus besonders unterstützt werden. Auch Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund können von den vielseitigen Förderprogrammen profitieren. Die Kindertageseinrichtungen des Kreises gewährleisten die Betreuung von Kindern von der Geburt an bis zum zwölften Lebensjahr. In den Kinderkrippen werden die Kleinsten bis zum vollendeten dritten Lebensjahr betreut und auf den Übergang in den Kindergarten vorbereitet. Die Kindergärten haben den gesetzlichen Auftrag, die Kinder ab dem Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt zu betreuen, bilden und erziehen. Für schulpflichtige Kinder stellen die Kinderhorte ergänzende Betreuungsangebote in der unterrichtsfreien Zeit zur Verfügung.

"Im Bereich der institutionellen Kinderbetreuung zahlt der Kreis generell 36 Prozent der Personalkosten und übernimmt in der Regel 30 Prozent der nötigen Investitionsmittel, die erforderlich sind, um Gebäude in Schuss zu halten und gegebenenfalls auch zu erweitern.

So wird sichergestellt, dass alle Kinder in geeigneten Räumlichkeiten von qualifizierten Erziehern und Erzieherinnen betreut werden", sagt Jugendamtsleiter Klaus Guido Ruffing. Damit alle Kinder von diesem Angebot profitieren und in ihrer Entwicklung alle erforderlichen Förderungen erhalten können, übernimmt der Kreis in vielen Fällen den Elternbeitrag ganz oder teilweise: Im Jahr 2014 war dies im Bereich der Kinderkrippen für 154 Kinder der Fall, für deren Betreuung ein Betrag von 479 278 Euro gezahlt wurde.

Für 815 Kindergartenkinder fand eine Förderung in Höhe von 1 350 061 Euro statt. In den Horten, in denen 80 Kinder eine Förderung erhalten, wurden insgesamt 207 674 Euro, einschließlich Schulessen, gezahlt.

Der Bereich Kindertagespflege - Tagesmütter und Tagesväter: Kindertagespflege meint zumeist die Betreuung von Kindern bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater in deren Haushalt.

Darüber hinaus kann Kindertagespflege aber auch im Haushalt der Eltern oder in anderen, geeigneten Räumen stattfinden. Für die Überprüfung der Tagespflegepersonen und der Räumlichkeiten ist das Jugendamt zuständig. Auf dieser Grundlage wird eine Pflegeerlaubnis erteilt, die zur Betreuung für bis zu fünf Kindern gleichzeitig befähigt.

Im Gegensatz zu früher wird heute eine Qualifizierung vorausgesetzt. Im Jahr 2008 bot das Jugendamt des Saarpfalz-Kreises den ersten Qualifizierungskurs für Tagespflegepersonen an. Heute neigt sich bereits der zwölfte Kurs dem Ende zu. Am 3. November werden die Teilnehmerinnen des Kurses ihre Prüfung zur Tagespflegeperson ablegen.

Besonders im Bereich der Kinderbetreuung ist der Saarpfalz-Kreis offen für Modellprojekte. Ob es sich um die Umsetzung des "Aktionsprogrammes Kindertagespflege" handelt, bei dem der qualitative und quantitative Ausbau der Kindertagespflege gefördert wird, oder beispielsweise um das "Kooperationsprojekt Jugendhilfe - Schule", bei dem die Träger der Jugendhilfe Nachmittagsbetreuung an den Schulen und eine ganztägige Ferienbetreuung organisieren, - der Saarpfalz-Kreis setzt sinnvolle Ideen mit Engagement und großer Flexibilität um. Das "Kooperationsprojekt Jugendhilfe - Schule" wird derzeit an zwölf Standorten im Saarpfalz-Kreis umgesetzt und bietet Plätze für 610 Kinder an.

Informationen zur Kinderbetreuung gibt es beim Kreis-Jugendamt, Am Forum 1, Telefon (0 68 41) 10 40 , jugendamt@saarpfalz-kreis.de. Infos zu Kinderkrippen , Kindergärten , Kindertagesstätten, Horte bei Hans-Josef Daubaris, Telefon (0 68 41) 1 04 81 25, Hans-Josef.Daubaris@saarpfalz-kreis.de; zur Kindertagespflege: Beate Henn, Telefon (0 68 41) 1 04 81 72, Beate.Henn@saarpfalz-kreis.de, Lisa Rupp, Tel. (0 68 41) 1 04 81 19, Lisa.Rupp@saarpfalz-kreis.de.

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HintergrundDas Betreuungsangebot: Insgesamt stehen im Kreis derzeit zur Verfügung: 71 Kinderkrippen mit 894Plätzen, 73 Kindergärten mit 24 020 Plätzen, davon 2577 Ganztagsplätze, 16 Kinderhorte mit 388 Plätzen, vier Einrichtungen für Kinder mit Behinderungen mit insgesamt 37 Plätzen. red