Kita Luitpoldschule: Kinder tüfteln an ihrem „Spielplatz der Fantasie“

Kita Luitpoldschule : Kinder tüfteln an ihrem „Spielplatz der Fantasie“

In der St. Ingberter Kita Luitpoldschule soll eine gemeinsam gestaltete Spiellandschaft nach und nach verwirklicht werden.

Die Kindertagesstätte Luitpoldschule in St. Ingberts Kaiserstraße hat hinterm Haus eine schöne Freifläche unter anderem mit Kletterturm und Baumhaus, die ausgiebig zum Spielen genutzt wird. Allerdings ohne Wiese oder üppiges Buschwerk, wie man sich das vielleicht wünschen würde. Dass sich derlei Grün dort ansiedelt, verhindern die alten Lindenbäume, die in ihrem Schatten keine anderen Pflanzen dulden.

Doch das macht den Kindern und ihren Erzieherinnen wenig aus, denn sie haben mit diesem Spielplatz alles, was sie brauchen. Nämlich einen Outdoor- Raum, um ihre Fantasie zu entfalten. Schon seit einiger Zeit schippen, sägen und hämmern die jüngsten St. Ingberter gemeinsam mit ihren Eltern und den Kita-Mitarbeitern, um ihrem Wunsch vom „Spielplatz der Fantasie“, der neuen bewegungsfördernden Spiellandschaft näher zu kommen. Gemeinsam beratschlagten Groß und Klein, wie das naturnahe Gelände der Kita, das durch den Großbach begrenzt wird, gestaltet werden kann.

In wochenlanger Arbeit gestalteten die Kinder ein dreidimensionales Modell, auf dem ihre Wünsche im wahrsten Sinne des Wortes erstmals greifbar werden. Große Sandspielplätze, eine Feuerstelle, eine Holz-Tankstelle für den kita-eigenen Fuhrpark, Schaukelgeräte, Klettermöglichkeiten, ein Slackline-Parcours, ein Indianerzelt, eine Freiluftküche, ein Kriechtunnel und noch einiges mehr sind da zu sehen. Und bei der Umsetzung dieser Pläne ist das Mitmachen der Kinder gewünscht. Sie tüfteln bereits jetzt und fanden auf der Baustelle in der Poststraße nebenan, auf die sie den besten Blick haben, schon viele Dinge, die zu schade zum Wegwerfen waren. Rohrstücke oder auch ein Edelstahlwaschbecken, die beim Abriss des alten Matratzen-Marktes übrig blieben, werden später in der Matschküche gebraucht. Eine Feuerstelle wurde bereits eingeweiht. Und damit noch viele weitere Wünsche umgesetzt werden können, packen viele kleine und große Hände kräftig mit an.

Ein wertvoller Helfer war und ist dabei das Technische Hilfswerk, das beispielsweise am Montagabend ein Stück des Kletterturms fachmännisch abbaute. Dem altersschwachen, morschen Teilstück rückten sie mit Hammer, Meißel und Schraubendrehern zu Leibe. Die nun offenen Seite wurde mit Holz verschlossen, so dass man später der Turm-Kletterkombination nicht mehr ansah, dass sie jemals länger war. An dieser nun frei gewordenen Stelle wird es zwei Schaukeln geben, die zwischen den beiden Lindenbäumen platziert werden.

Im hinteren Bereich des Grundstücks kürzten die acht Männer und eine Frau des THW noch einige Baumstämme, die aber nicht abtransportiert wurden. Auch mit den kurzen Holzstücken haben die Kinder noch einiges vor. „Gibt man Kindern eine Hütte, dann machen sie daraus Kleinholz. Gibt man ihnen Kleinholz, dann machen sie daraus eine Hütte“, zitiert Stefanie Schales, Erzieherin in der Kita, ihr Lieblingsmotto.

Alles wird gebraucht. Eine Astgabel beispielsweise haben die kleinen Erfinder in einer „Links-Rechts-Wippe“ verwandelt. Im hinteren Teil des Geländes stört außerdem noch eine Mauer das ungestörte Spiel. Sie ist einfach zu hoch, um auf ihr balancieren zu können. „Die Mauer soll tiefer gemacht werden“, so Schales, „was ist denn das sonst für ein Mist, wenn die Kinder nicht drauf klettern dürfen?.“ Auch für diese Arbeit wurde das THW angeheuert. Für dessen Helfer war es keine Frage, in der Kita Unterstützung zu leisten. Sie tun nicht nur ein gutes Werk für die Kinder, sondern der THW-Nachwuchs sammelt mit der Kettensäge auch gleichzeitig Erfahrungen in der Holzbearbeitung.