Kinder machen Kunst aus „Müll“

Beim Ferienprogramm von Stadt und Kreis war unter anderem „Kunst aus gebrauchten Wertstoffen“ angesagt. Die Ergebnisse präsentierten die Sechs- bis 13-Jährigen im Kinderhaus auch dem Oberbürgermeister.

St. Ingberts Oberbürgermeister Hans Wagner hat dem Osterferienprogramm, das die Stadt in Kooperation mit dem Kreisjugendamt des Saarpfalz-Kreises im Kinderhaus anbietet, einen Besuch abgestattet. Es war fast so etwas wie eine Vernissage, denn die Kinder hatten in der Woche unter dem Motto "Kunst aus gebrauchten Werkstoffen" einiges gebastelt, das sie Hans Wagner präsentierten. So gestalteten sie Gesichter aus Dingen, die sonst in den Gelben Sack wandern. Darunter auch einen gelben Minion, wie man ihn aus dem Trickfilm "Ich - einfach unverbesserlich" kennt.

Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. Auch nicht bei den Musikinstrumenten, die aus Kronkorken, Strohhalmen, diversen Behältern und jeder Menge anderem "Müll" entstanden und denen die Ferienkinder zwar keine Musik entlocken konnten, die aber immer noch jede Menge Geräusche von sich gaben. Einige hatten aus Pappröhren, in die Nägel getrieben und die mit Reis gefüllt wurden, Regenmacher gebastelt, mit denen die Bevölkerung in trockenen Erdteilen das kostbare Nass vom Himmel "herbeiruft". Das scheint auch mit den gebastelten Teilen zu funktionieren, denn am Dienstag regnete es, so dass das geplante Minigolf-Spiel ausfallen musste.

Dafür ging es in den Stadtpark und zum Eis essen. Passend zum Thema "Recyclingkunst" besuchten die 37 Kinder mit ihren fünf Betreuern zum Auftakt das Wertstoffzentrum und ließen sich dort erklären, was die Leute alles wegschmeißen, wie es gesammelt und getrennt wird. Dort wurde die ganze Truppe auch auf der großen Müllwaage verwogen. 1,4 Tonnen zeigte die Waage für die Feriengruppe an. Bei dieser Gelegenheit schaute sich die Kinder auch noch im Streusalzlager und beim Fuhrpark um.

Passend zum Thema gab es danach in der Kinowerkstatt den Trickfilm "Wall-E - der Letzte räumt die Erde auf", über einen kleinen Roboter, dessen Aufgabe 700 Jahre darin bestand, von Menschen weggeworfene Dinge einzusammeln. Die Mischung beim Ferienprogramm kommt bei den jüngsten St. Ingbertern gut an, zumal es am Donnerstag noch in den Neunkircher Zoo und am Freitag ins "blau" ging. Auf dem Weg dahin waren die Fähigkeiten der Kinder als "Müll-Detektive" gefragt. So wurden sie spielerisch für das Thema "Müll und Recycling" sensibilisiert und wissen nun, dass manches einfach zu schade zum Wegwerfen ist und noch ein "zweites Leben" haben kann. "Bei Euch würde ich gern mitmachen", freute sich Oberbürgermeister Hans Wagner über die muntere Gesellschaft. Doch das wird, selbst wenn er Zeit hätte, nicht gehen, denn am Ferienprogramm teilnehmen können nur Schulkinder im Alter von sechs bis 13 Jahren.