Kinder lernen sicheres Bremsen

Für die Fünf- und Sechstklässler des Leibniz-Gymnasiums St. Ingbert ist die Verkehrssituation in Schulnähe neu. Denn seit Kurzem gibt es nur noch den Schulstandort in der Koelle-Karmann-Straße. Darum sensibilisierte der ADAC die Gymnasiasten für gefährliche Situationen.

Nach den Herbstferien ist der Schulbetrieb am Leibniz-Gymnasium in vollem Gange. Das ist durchaus wörtlich zu verstehen, denn seit vergangenem Montag gibt es nur noch den Standort in der Koelle-Karmann-Straße. Das bedeutet nicht nur 381 Schüler mehr am ehemaligen Altbau, der jetzt durch einen Neubau und mit Freiwilliger Ganztagsschule ergänzt wurde, sondern vor allem, dass nun im Bereich der Albert-Weisgerber-Allee jüngere Schüler ab Klassenstufe 5 unterwegs sind. Dies nahm die Schule zum Anlass, den ADAC Saarland einzuladen, damit er den 234 Schülern der fünften und sechsten Klassen die neue Verkehrssituation vermittelt. "Früher war die Verkehrssituation entzerrt, nun haben wir die Schüler hier geballt", erklärt Lehrer Wilfried Köhn, warum nun noch mehr Obacht auf die Sicherheit gelegt werden müsse.

Eine ganze Woche waren die "Gelben Engel" mit dem großen Verkehrssicherheitstraining "Achtung Auto " in einem abgesperrten Bereich am Ende der Römerstraße zu Gast, um die jüngsten Gymnasiasten für gefährliche Alltagssituationen zu sensibilisieren. "Es geht um Autos, Fahrräder und Euch als Fußgänger. Das Stichwort heute heißt Bremsen. Stellt Euch vor, Euch läuft ein Hund vors Fahrrad", mit diesem Satz stieg ADAC-Mitarbeiter Bertram Konrad am Montag ins Thema ein. Zu Beginn sah es wie bei einer Sportstunde aus, denn er ließ die Schüler sprinten und ab einer Linie plötzlich stoppen. Dann wurde die Schwierigkeit erhöht, indem erst Halt gemacht werden durfte, wenn der Verkehrsfachmann mit einer schwarz-weißen Rennfahrerfahne das Zeichen dazu gab. Es wurde zu Fuß und auf dem Fahrrad unter verschiedenen Bedingungen abgebremst. Bei Nässe, die am Montag durch das Regenwetter reichlich vorhanden war, wurde der Vorgang noch erschwert.

Reaktionsweg war ein Thema

"Das Auge sieht die Fahne. Auge an Kopf, Kopf an Beine, dann erst lauft Ihr los", sagte Konrad zu den Schülern. Die Zeit, die man braucht, um zu reagieren, sei der Reaktionsweg, wie die Schüler erfuhren. Reaktionsweg plus Bremsweg gleich Anhalteweg. Und der kann ganz schön lang sein. Wie es sich anfühlt, wenn ein Auto mit einer Geschwindigkeit von 30 beziehungsweise 50 Kilometern pro Stunde abrupt bremst, erlebten die jungen Verkehrsteilnehmer als Mitfahrer, doch nicht, ohne sich vorher ordnungsgemäß zu sichern. Auch das wurde geübt. "Viele Kinder wissen nicht, wie man im Auto richtig sitzt und sich anschnallt, viele Eltern aber auch nicht", weiß der Mann vom ADAC-Sicherheits-Team. Während die Schüler sicher im Inneren des Kleinwagens saßen, "überlebte" ein Verkehrshütchen, das einen Fußgänger darstellte, das Bremsmanöver nicht. So erfuhren die Fünftklässler, welche Kräfte wirken und wie viele Meter ein Fahrzeug benötigt, um zum Stehen zu kommen.

Später machten sich die Klassen mit ihren Lehrern noch zum Bahnhof auf und lernten so die möglichen Gefahren des täglichen Schulwegs kennen, denn sicher ist sicher.