Kerzenschein und Taizé-Gebet - eine stimmungsvolle Kombination

Kerzenschein und Taizé-Gebet - eine stimmungsvolle Kombination

St. Ingbert. Absolute Stille in der Engelbertskirche. Niemand rührt sich, alle sind in sich gekehrt und beten im Stillen. Die Alte Kirche ist in sanftes Kerzenlicht getaucht. Das ist sie, die Faszination des Taizé-Gebets, von der sich am Samstagabend etwa 70 Gläubige anstecken ließen

St. Ingbert. Absolute Stille in der Engelbertskirche. Niemand rührt sich, alle sind in sich gekehrt und beten im Stillen. Die Alte Kirche ist in sanftes Kerzenlicht getaucht. Das ist sie, die Faszination des Taizé-Gebets, von der sich am Samstagabend etwa 70 Gläubige anstecken ließen.

Im Mittelpunkt standen dabei knapp 30 Jugendliche und junge Erwachsene, die anlässlich des Diözesanen Weltjugendtages für das Bistum Speyer nach St. Ingbert gekommen waren. Für die Gruppe ging es schon am Nachmittag mit dem "Tag der Begegnung" los. Verena war dabei. Die 15-Jährige hatte eine kurze Anreise, sie wohnt in Rohrbach. "Wir haben uns kurz kennengelernt und uns dann in Workshops getroffen. Dort haben wir uns dann über das Motto des nächsten Weltjugendtages ausgetauscht. Dann gab es noch eine Lobpreisung und Abendessen." Anschließend machten sie sich auf den Weg in die Fußgängerzone zur "Nacht der Lichter".

Dort wollten sie eigentlich gemeinsam mit Weihbischof Otto Georgens beten, doch der konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht nach St. Ingbert kommen. Für ihn sprang Pfarrer Carsten Leinhäuser ein. Viel zu tun hatte er allerdings nicht, schließlich waren da noch der prall gefüllte Liedzettel und der Taizé-Projektchor, der den Abend mit Musik und Gesang prägte.

Gebet für Papst Franziskus

Singen, schweigen, beten, meditieren - das macht ein Taizé-Gebet aus. In einem Block mit Fürbitten-Gebeten bedachten die Gläubigen die Jugendlichen, die im Juli zum Weltjugendtag nach Rio de Janeiro reisen, alle Notleidenden und Papst Franziskus, dass der Herr ihm helfen möge, seine Botschaft zu verkündigen.

Die Teilnehmer genossen es in vollen Zügen. Zeitgleich geschah dasselbe in der kleinen französischen Gemeinde Taizé, dem Ursprungsort dieses Brauchs, der nicht nur bei Jugendlichen immer beliebter wird. Auch Achim Dittrich, als Pfarrer der Pfarrei St. Josef gleichzeitig auch Gastgeber, ist mit Leidenschaft dabei. "Es gibt ja viele verschiedene Frömmigkeitsformen, Taizé ist eine davon, die ich gerne feiere."

Damit liegt er absolut auf Verenas Wellenlänge. Ihr hat der Tag ebenfalls sehr gut gefallen. Pfarrer Dittrich stellte aber noch etwas ganz anderes fest: die neue Popularität des Lateinischen. Viele Texte der gesungenen Lieder waren in dieser oftmals totgesagten Sprache verfasst. "Vor allem die Jüngeren scheinen wieder Spaß daran zu haben. Es ist ja praktisch, wie Englisch, eine Einheitssprache."