Kein Zuschuss für geleaste Waschmaschine

Kein Zuschuss für geleaste Waschmaschine

Stadtwerke St. Ingbert erläutern ihr Förderprogramm für energiesparende Haushaltsgeräte.

Leser-Reporterin Ilona Engel benötigte eine neue Waschmaschine. Sie tat es ihrem Sohn gleich und entschied sich, statt eines Kaufes, für einen Leasing-Vertrag. Als Kundin der Stadtwerke wollte sie nun vom Förderprogramm des städtischen Energieversorgers Gebrauch machen.

Das Unternehmen bezuschusst den Kauf neuer Haushaltsgeräte, Heizungsanlagen und Erdgasfahrzeuge je nach Energieeffizienzklasse. Für ihre Waschmaschine der Energieeffizienzklasse A+++ sollte Engel eigentlich 50 Euro erhalten. Sollte - denn in den Bedingungen des Förderprogramms ist eindeutig der Kauf eines Gerätes, nicht aber ein Leasing festgeschrieben. Nachdem Engel ihre Unterlagen an die Stadtwerke übermittelte, nach 14 Tagen aber keine Antwort erhielt, erkundigte sie sich telefonisch bei ihrem Energieversorger. Ein Mitarbeiter wies sie auf die Förderbedingungen hin und entschuldigte sich, sie nicht früher in Kenntnis gesetzt zu haben.

Für Verwunderung bei Ilona Engel sorgte allerdings die Tatsache, dass ihr Sohn, trotz Leasings, von den Stadtwerken im letzten Jahr bezuschusst wurde. Patrick Dörr von den Stadtwerken erklärte auf Nachfrage der SZ, dass sehr viele Anträge eingingen und im Jahr ein sechsstelliger Förderungsbetrag ausgezahlt werden. Bei der großen Anzahl an Anträgen sei es vermutlich in diesem Fall zu einem Bearbeitungsfehler gekommen, so dass der Sohn, trotz Leasing, einen Zuschuss erhalten habe. Engel erkenne indes ein anderes Problem: "Mir geht es nicht um die 50 Euro Förderung. Ich sehe eine Benachteiligung derer, die finanziell keine Möglichkeiten eines direkten Kaufes haben, sondern leasen müssen."

Dörr betonte, ein Leasing-Vertrag bedeute nicht automatisch Eigentum. Denn das Gerät verbleibt bis zum Ende oder bei Nichteinhalten der Vertragsbestimmungen Eigentum des verkaufenden Unternehmens. Er rate deshalb von einem Leasing-Geschäft ab und empfehle, einen Kredit bei der Hausbank aufzunehmen. "Die bieten oft günstigere Finanzierungen als das Leasing-Angebot im Handel", so Dörr und dann könnten die Kunden auch die Förderung der Stadtwerke in Anspruch nehmen. Das Förderprogramm der Stadtwerke sei in der Region einzigartig und ein freiwilliges Angebot für treue Kunden. Auch müssen diese nicht, wie bei anderen Programmen, im Voraus einen Antrag stellen, sondern können nach dem Kauf eine Rechnung mit Datum des Erwerbs für das Gerät vorlegen.

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