Katastrophenschutz im Saarpfalz-Kreis

Beratung : 16 Fachleute für die Ausnahmesituation

Ehrenamtliche Experten aus Hilfsorganisationen bilden den Katastrophenschutzstab im Saarpfalz-Kreis.

Der letzte Katastrophenalarm im Saarpfalz-Kreis liegt schon eine gute Weile zurück: 1993 beim Hochwasser an Weihnachten war das, als viele Hilfsorganisationen die Feuerwehr beim Bekämpfen der Flut unterstützten. Vor allem die komplette Blieskasteler Altstadt stand damals unter Wasser. Aber wenn etwas nur sehr selten vorkommt, heißt es nicht, dass es nicht jederzeit wieder passieren kann. Deshalb besitzt der Saarpfalz-Kreis einen Katastrophenschutz-Stab, der im Ernstfall dafür sorgt, dass Hilfe schnell und effizient organisiert wird. Stabschef für den Fall der Fälle ist der Geschäftsbereichsleiter der Kreisverwaltung, Andreas Motsch. Damit jede beteiligte Organisation bestmöglich ins Szenario eingebunden werden kann, werden jeweils zwei Fachberater benannt, die sich möglichst gut damit auskennen, welches Personal und welches Material ihre Einrichtung zur Verfügung stellen kann.

Am Dienstagnachmittag wurden im Sitzungssaal der Kreisverwaltung 16 solche Fachberater von Landrat Theophil Gallo ernannt. Vier weitere waren bei dem Termin verhindert. Darunter waren auch altgediente Kräfte, die bereits dem Stab angehört hatten. „Weil das alles noch mal neu im Aufbau begriffen ist und weil es viele Personalwechsel gab, haben wir gesagt, wir machen jetzt einen Cut und gestalten alles formell neu“, erklärte Kreisbrandinspekteur Uwe Wagner.

Neu im Katastrophenschutz-Stab sind die Malteser (vertreten von Jan Huber und Benedict Breit) sowie der Fernmeldezug Saarpfalz (Christian Müller und Patrick Hans). Außerdem stellen folgende Organisationen Fachberater für den Stab: Der Brandschutz (Steffen Rastetter und Thomas Hauck), das Deutsche Rote Kreuz (Wolfgang Rech und Thorsten Bach für Homburg, Hubert Becker und Erich Becker für St. Ingbert), die Führungsunterstützung (Guido Deges und Marco Nehlig), die Ambulanz Frisch (Thomas Frisch und Hendrik Schwab), die psychosoziale Notfallversorgung (Olaf Riebes und Florian Ehrmantraut), das Technische Hilfswerk (Michael Kabdebo und Thorsten Geibel), die Bundeswehr (Frank Best und Ingo Gerber) sowie die Bundes- und Landespolizei, die keine festen Fachberater entsenden.

„Das sind alles Führungskräfte der jeweiligen Organisationen, die den Überblick haben, wie die eigene Organisation aufgestellt ist, welche Fahrzeuge, welches Material, welches Personal vorhanden sind“, erklärte Wagner und gab ein Beispiel: „Wenn etwa ein Altenheim evakuiert werden muss, brauchen wir, ich sag mal, sechs Krankenwagen zum Transport. Dann fragen wir die Fachberater und die wissen, wer das hat.“ Zweimal im Jahr trifft sich der Stab, um den aktuellen Stand zu besprechen, so dass im Ernstfall keine Unklarheiten bestehen.

Landrat Gallo bedankte sich in seiner Begrüßung für die Bereitschaft jedes einzelnen, als Fachberater unterstützend mitzuwirken: „Das ist nicht selbstverständlich, weil dieses Engangement mit viel Verlust von Freizeit verbunden ist.“ Begleitet wurde die Ernennung der Berater von kleinen Glückskäfern aus Schokolade, die Gallo an jedem Jahresanfang verteilt. Das passte insofern gut, als dass ja Personen ernannt wurden, die nur im (hoffentlich nie eintretenden) Unglücksfall tätig werden.

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