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Kappensitzung der KG „dann wolle ma emol“ Rohrbach

Fastnacht : Rohrbacher Hippies waren im Diskofieber

Das 70er-Jahre-Programm der Karnevalsgesellschaft „dann wolle ma emol“ in der Stadthalle St. Ingbert war ein Stimmungsgarant.

Die Rohrbacher Karnevalsgesellschaft „dann wolle ma emol“ feierte 2018 ihren 40. Geburtstag, und so waren die „70er“ als Sessions-Thema schnell gefunden. Viele Narren, die die Kappensitzung der KG am vergangenen Samstag besuchten, erinnern sich noch an die Zeit, die so bunt, in der Mode fast revolutionär und musikalisch eingänglich war. Der Musikstil gefällt immer noch, und die Titel sind so populär, dass sie auch heute noch von jenen gesungen werden, die die 70er nur aus Erzählungen der älteren Generationen kennen. Diese Zeit war also wie gemacht, um Narren aller Altersklassen in der Stadthalle zusammenzubringen. Schon der Eröffnungstanz aller Akteure, die sich mit Haut, vor allem Haar und Kleidung sowie den obligatorischen Peace-Zeichen versehen hatten, jagte das Stimmungsbarometer bei den Gästen nach oben. Zur Einstimmung durfte das Rohrbachlied nicht fehlen. Hasen der Schnullergarde eröffneten die Kappensitzung. Für sie gab es nicht nur jede Menge Applaus, sondern statt eines Ordens passend zur Kostümierung eine Möhre. Nach dem Hoppeltanz beschäftigte sich Ironia Schmunzel in der Bütt mit dem Führerscheinerwerb und damit, was passiert, wenn Mama das Auto hat. Ihre Familienmitglieder nahm auch die zwölfjährige Mandy aufs Korn, erzählte von den Verfressenen, einer Schwester mit Stich, all den anderen Wahnsinnigen und ihrer Suche nach dem richtigen Mann statt einem „halben Hahn“.

Im Jahr der Oberbürgermeisterwahl gab es noch einen besonderen Programmpunkt, in dem den drei OB-Kandidaten auf den Zahn gefühlt wurde. Hausmeister Ulli, Sven „wie immer“ und „Mozart“-Hans, wie die Moderatoren Lisa und Pascal sie entsprechend ihres abendlichen Kleidungsstils nannten, traten vor ihrem großen Tag bei der KG schon mal zum Spiel „Applaus oder raus“ nach dem Vorbild von „Dalli Dalli“ gegeneinander an. Es galt, Personen und Orte St. Ingberts in einem Ergänzungspuzzle zu erraten oder Fragen in verschiedenen Kategorien zu beantworten. Zur Belohnung gab es zwar nicht den „Chefsessel“, aber einen Lyonerorden für die OB-Kandidaten. „Kamelle Kapelle“ aus Bitburg sorgte vor der Halbzeit dafür, dass auch die Gäste tänzerisch und sängerisch gefordert wurden. Die schmetterten selbst die Karnevalslieder aus Kölle lautstark mit. Tanzmariechen und Gardemädchen sind die Aushängeschilder der KG. Besonders schön anzuschauen war das Gardemedley, bei dem sich jede Garde präsentierte, um später eine gemeinsame Choreographie zu zeigen. Bei der Show „Diso Fever“ von Joe und Ekaterina fühlte man sich einmal mehr in die 70er versetzt. Die beiden Tänzer strahlten und glitzerten um die Wette und schafften es, nicht nur das Publikum zum Mitmachen zu bewegen, sondern auch den Moderatoren noch ein paar Tanzschritte beizubringen.

Eine ganze Geschichte dagegen erzählte die Juniorengarde mit ihrem Tanz „Kakteen“, denn sie demonstrierte, wie es ist, wenn es die stachligen Gesellen piekt, und was sie alles anstellen, wenn der Gärtner das Haus verlässt. Ein Hingucker waren auch die Majorettes, von deren Dunkelshow die Narren im Saal begeistert. Diese Truppe, die erst in der vergangenen Session ihren ersten Auftritt hatte, ist so beliebt, dass sie im vergangenen Jahr großen Zuwachs erfuhr. Während die DNZ-Ehrengarde wie immer allein durch ihre Anwesenheit für Stimmung sorgte, tat das Thomas Oster in der Bütt, indem er Insider von seiner Tätigkeit als Naggisch-Putzer zum Besten gab. Er tat das so souverän in Reimform, dass er für das Publikum noch eine extra „Putzrunde“ einlegen musste. Seelisch naggisch machte sich Jasmin Siegrist, indem sie ihr Leben als Kellnerin und Barmädchen schilderte und ihre spezielle Kundschaft unter die Lupe nahm. Einen besonderen Coup landeten die Hippies des Männerballetts. Ihre Performance zu Hits der 70er überzeugte sogar die närrischen Polizisten, die die bunte Truppe nicht verhaftete, sondern mit ihnen gemeinsam eine flotte Sohle aufs Parkett legte. Ins Land des Lächelns entführten die jungen Geishas und Lotusblumen der KG, bevor die „Sandmännchen“ die Bühne stürmten. Ihre Show startete mit einer Reise nach Bella Italia, wo sich das Sandmännchen unsterblich in eine schöne Italienierin verliebte, und nach 30 Minuten im Brand eines Hauses mündete, den die „Sandmännchen-Feuerwehr“ löschte. Zwischendurch gab es noch Begegnungen mit Mafiosi, den Tauben in Venedig und dem Papst.