Kanäle werden nach Plan saniert

Nach monatelangen Arbeiten ist bei der Kanalsanierung in der Josefstaler Straße in St. Ingbert der erste Bauabschnitt abgeschlossen. Dieser Lichtblick fürs innenstädtische Verkehrsgeschehen ist aber nur ein Zwischenschritt – neue Kanäle und Hausanschlüsse erfordern weitere Baustellen.

Nach etwa elf Monaten verschwindet die Baustelle an der Kreuzung der Kohlen- und Josefstaler Straße in der St. Ingberter Innenstadt. Die Abwasserkanäle sind erneuert, die Ampeln werden momentan errichtet, die Sperrung wird heute oder morgen aufgehoben. Damit ist die Straße ab dieser Woche zunächst einmal komplett offen, teilt Thomas Diederichs mit, der im Rathaus für Straßen und Verkehr zuständig ist. Aber nur für eine Weile. Denn, was bislang geschafft ist - die Kanalerneuerung bis auf Höhe der evangelischen Martin-Luther-Kirche -, war nur der erste Bauabschnitt. Der zweite folge etwa Mitte Juni beziehungsweise Anfang Juli, sagt Diederichs. Dann verläuft die Baustelle in der Josefstaler Straße bis zur Einmündung Elversberger Straße. Auch hier werden folglich unter Vollsperrung Kanäle erneuert und Hausanschlüsse gelegt. Diederichs: "Das wird den Rest des Jahres in Anspruch nehmen."

Die zwischenzeitliche Öffnung des monatelang gesperrten Straßenabschnitts macht somit andere Baustellen möglich, für die es wichtig ist, dass der Verkehr hier wieder fließen kann. Diese neuen Baustellen haben für die städtischen Mitarbeiter höhere Priorität, müssen also dringend erledigt werden, bevor es in der Josefstaler Straße weitergeht. Darunter ist eine im Mai geplante Straßendeckenerneuerung der Kaiserstraße vom Innovationspark bis zum "blau"-Kreisel. Auch hier wird es eine Vollsperrung geben. Kleinere Arbeiten fallen dann in der Lauerswiese an, wo Abwasserschächte erneuert werden. Außerdem nehmen sich Bauarbeiter einer Mitteldruckleitung im Gehwegbereich der Josefstaler Straße an. Bauabschnitt Nummer drei der Josefstaler Straße liegt dann schon etwas weiter in der Ferne. Diederichs schätzt den Baubeginn für den restlichen Straßenabschnitt für das Jahr 2018.

Ein Ende für Kanalsanierungen und -erneuerungen ist allerdings nicht in Sicht. "Das ist ein stetiger Prozess", sagt Christian Fettig, der technische Leiter des städtischen Abwasserbetriebs. Besonders das in den 50er und 60er Jahren gebaute Kanalnetz aus Beton "macht uns massive Probleme", berichtet Fettig. Nur: Überall gleichzeitig die Straßen aufzureißen, das sei natürlich nicht möglich. Dazu braucht es einen Plan. Ein solcher soll laut Fettig in den nächsten zwei Jahren entstehen. Derzeit wertet der Abwasserbetrieb noch Daten aus, die dafür die Grundlage bilden sollen, darunter Messungen aus den Kanälen bei Regen, die Aufschluss über den richtigen Durchmesser geben, und auch Verfilmungen, die das Innere der Kanäle zeigen. Mit den Kamerafahrten habe man vor vier Jahren begonnen, aktuell sei man in den letzten zehn Prozent. Fettig: "Das Sanierungsvolumen wird dann klar sein." Bis der Sanierungsplan fertig ist, dauere es noch etwa zwei Jahre. Fest steht aber schon: Etwa einem Drittel des gesamten St. Ingberter Kanalnetzes geht es an den Kragen. Von "Sanierungsstau" könne keine Rede sein, sagt Fettig, jedoch stehe die Stadt "vor einer großen Sanierungsaufgabe".

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Auf einen BlickWeitere Baustellen aufgrund maroder Kanäle sind in diesem Jahr unter anderem an diesen Straßenabschnitten geplant: Die Kanalarbeiten in der Wolfshohlstraße sollen noch bis etwa Ende Juli andauern. Reparaturarbeiten am Kanal stehen außerdem noch in der Straße In der Lauerswiese an. Weitere Kanalerneuerungen betreffen auch, wie bereits angekündigt, die Straße Am Gütterwieschen für mehrere Monate sowie die Reichenbrunner Straße mit einer Vollsperrung. pam