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Kalte Nächte haben dem Obst im Saarpfalz-Kreis geschadet

Die Kälte nervt nicht nur die Menschen : Die kalten Nächte haben dem Obst geschadet

Die Eisheiligen enden am Mittwoch. Ob es dann wärmer wird, werden wir sehen. Bisher waren die Nächte für manche Obstbaumblüten zu kalt.

Bis zum 15. Mai, dem Tag der heiligen Sophie, wird es laut Bauernregel noch einmal kalt. Aber das schockt niemanden, zumal es ohnehin schon die ganze Zeit kalt ist. Mehrere Mai-Nächte, in denen die Temperatur um die Null Grad und auch etwas darunter lag, haben den Obstbäumen zugesetzt. Für Herbert Schwarz aus Kirrberg ist die Kirschernte bereits gelaufen. „Alles, was ich geeerntet habe, sind abgefallene Blüten“, sagt der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Kirrberg – und das hört sich alles andere als erfreut an.

Denn die Blüten der Kirschbäume sind im Kirrberger Vereinsgarten ebenso abgefroren wie bei den Zwetschgen- und Mirabellenbäumen. „Bei den Äpfeln kann ich es noch nicht sagen“, so Schwarz, „denn die unterschiedlichen Sorten blühen zu verschiedenen Zeiten. Die Augustäpfel wie Grafensteiner  waren schon durch mit der Blüte, die hat es nicht mehr erwischt. Und späte Sorten wie Prinzessin Luise haben noch nicht geblüht. Also gibt es für die Apfelernte noch Hoffnung.“

Noch bis 15. Mai fürchten Bauern und Gärtner die berüchtigten Eisheiligen. Jeder Tag ist nach einem Heiligen benannt, das Ende markiert die „kalte Sophie“. In diesem Jahr fielen die nasskalten Temperaturen nicht nur genau in die Zeit der Eisheiligen hinein - es herrschten schon in der Woche davor kalte Nachttemperaturen. Darunter haben die Neutriebe alter Bäume und Sträucher ebenso gelitten wie auch die Blüten der Quitte.

An Häusern, die üblicherweise schon Anfang Mai mit Geranien geschmückt sind, ist derzeit noch nichts zu sehen, die Pflänzchen wurden in den meisten Fällen noch gar nicht gekauft, denn gerade junge Geranienpflanzen sind empfindlich. Vor Ende Mai sollte man auch die erfrorenen Triebe an den Blumen und Sträuchern noch nicht abschneiden, denn falls es noch einmal kalt werden sollte, sind die Pflanzen der Kälte erst recht schutzlos ausgeliefert und werden dadurch so geschwächt, dass sie womöglich eingehen.

Harry Lavall, Obstbaumexperte und Mitarbeiter des Saarpfalz-Kreises beim Amt für Landwirtschaft und Gartenbau, kann über die Apfelernte in der Biosphäre noch keine Prognosen machen: „Ich habe noch keinen Überblick über die Entwicklung auf unseren Streuobstwiesen. Das hängt immer von der Lage und von der Sorte ab. Aber ich denke, die Schäden halten sich in Grenzen. Es herrschten zwar in einigen Nächten Temperaturen um den Gefrierpunkt, aber nicht deutlich darunter.“

Nachtfrost hat die Blütenblätter eines Apfelbaumes braun verfärbt. Doch nicht nur Kälte, auch Wasser schädigen die Blüten. Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Bodenfrost mache kräftigen Obstbäumen nicht so viel aus: „Je besser ein Baum ernährt ist und je mehr Mineralien er enthält, desto größer ist seine Widerstandkraft. Der friert nicht so leicht und kann die jungen Früchte gut versorgen.“ Lavall fürchtet eher, dass der anhaltende Regen den Pollen geschadet haben könnte: „Die Pollen verkleben, wenn es zu lange in die Blüte hineinregnet, dann können sie nicht mehr befruchtet werden.“ Abgesehen davon, dass auch die Bienen nicht fliegen, „die mögen auch keinen Regen.“ Aber bei Sonnenschein, so wie in den kommenden Tagen zu erwarten, werden sie ihre Arbeit tun.