Kaiserstraße kehrt zur Normalität zurück

Kaiserstraße kehrt zur Normalität zurück

408 Tage lang wurde die Geduld einer ganzen Stadt auf die Probe gestellt. Die Großbaustelle Kaiserstraße zwang Autofahrer zu Umwegen und Anwohner zu viel Verständnis. Doch seit Mittwochnachmittag, einen Tag früher als angekündigt, fließt der Verkehr wieder fast wie gewohnt.

Das letzte Nadelöhr: Auf Höhe des Innovationsparks regelt eine Baustellenampel den Verkehr.

Gegen Ende ging rund um die Kaiserstraße alles ganz schnell: Kündigte Christian Fettig, Leiter des städtischen Abwasserbetriebes, Anfang Juli noch die Aufhebung der Einbahnstraßenregelung für Ende September an, so wurde daraus nun Mitte September. Und die Freigabe kam nicht, wie angekündigt, erst am gestrigen Donnerstag, sondern bereits am Mittwoch.

Ahmet Sonzamanci, der an der Kaiserstraße den Orient-Grill betreibt, hat lange auf diesen Tag gewartet. "Das Geschäft lief schlechter", sagte er auf Nachfrage unserer Zeitung. "Die Leute wollten nicht mehr drinnen essen. Und unser Heimservice musste für die Fahrt zu einem Kunden, der vielleicht nur 500 Meter entfernt war, eine Umleitung von bis zu zwei Kilometern in Kauf nehmen. Das hat uns geärgert, es war eine Katastrophe." Drei Kreuze dürften auch die Anwohner des Neunkircher Weges an den Kalender gemacht haben. Da es nämlich über Monate hinweg aus Richtung Rohrbach kein Durchkommen über die Kaiserstraße gab, wählten viele diese Route. "Es ist ruhiger bei uns geworden", bemerkte Maria Putterer an Tag eins der freien Kaiserstraße. Gemeinsam mit einer Nachbarin machte sie im Juni ihren Unmut Luft.

Schnee von gestern ist die Umleitungszeit aber nicht. "Die Schäden am Haus und der Garage bleiben." Risse machten sich dort bemerkbar, Putterer macht dafür auch den Schwerlastverkehr verantwortlich, lobt und tadelt in diesem Zusammenhang die Stadt: "Die will die Sanierungskosten nicht übernehmen. Aber als wir uns über die Masse an Fahrzeugen und de Geschwindigkeit beschwert hatten, wurde sofort gemessen."

Die Baumaßnahme erforderte von allen Verkehrsteilnehmern viel Flexibilität. Immer wieder wechselte die Baustelle die Straßenseite, ständig änderten sich die Vorfahrtsregelungen, dann passierte plötzlich gar nichts mehr: Das Neunkircher Unternehmen Heidemann, das den Zuschlag zur Sanierung der 80 Jahre alten Kanäle erhielt, schlitterte in die Insolvenz - im Januar dieses Jahres wurde der Bauauftrag gekündigt, das Projekt daraufhin neue ausgeschrieben. Die St. Ingberter Baugruppe Gross übernahm und gab nach der Kälteperiode, die sich bis weit ins Frühjahr hinein zog, Vollgas, zeitweise arbeiteten drei Bautrupps an mehreren Abschnitten gleichzeitig.

Für etwa vier Wochen wird jetzt noch der Kanal auf Höhe des Innovationsparks am Beckerturm erneuert. Danach muss der Gross-Bautrupp noch einmal im Bereich zwischen Fußgängerzone und Otto-Toussaint-Straße Hand an den Hausanschlüssen anlegen, die Heidemann nicht mehr erneuern konnte. Außerdem, sagte Gross-Pressesprecherin Nadine Bauer, müsse die Verkehrsfläche im Bereich der Fußgängerzone neu gepflastert werden.