Kahlenbergfreunde Rohrbach Gemeinsam für ein schöneres Rohrbach

Rohrbach · Die Kahlenbergfreunde sind in vielen Bereichen des großen Stadtteils aktiv. Ihre Heimat ist das frühere Pfadfinderheim.

 Arbeitspause bei den Kahlenbergfreunden. Gerade ist Alfons Nägele (rechts) vom Bodensee angekommen, er hat einen Kombi voller Äpfel dabei für die Rohrbacher Kinder. Zu den Aktiven im Verein gehören (von links) Rainer Wagner, Roland Weber, Dieter Lefebre und Michael Latz.

Arbeitspause bei den Kahlenbergfreunden. Gerade ist Alfons Nägele (rechts) vom Bodensee angekommen, er hat einen Kombi voller Äpfel dabei für die Rohrbacher Kinder. Zu den Aktiven im Verein gehören (von links) Rainer Wagner, Roland Weber, Dieter Lefebre und Michael Latz.

Foto: Peter Gaschott

Dienstag ist Rentner-Aktionstag am Ende der Blücherstraße. Auf dem Gelände der Kahlenbergfreunde hört man den Rasenmäher, während Michael Latz Bänke und Tische mit neuer Farbe versieht. Rainer Wagner bessert den Verbiss-Schutz aus, der junge Bäumchen auf dem Gelände vor nächtens umherstreifenden Rehen schützt. Dieter Lefebre räumt auf, denn der Musikverein hat sich zu einer corona-konformen Freiluftprobe angesagt.

Die wechselvolle Geschichte, die das frühere Pfadfinderheim in der Blücherstraße hat, wurde durch die Kahlenbergfreunde in ruhiges Fahrwasser gelenkt. Die Rohrbacher Pfadfinder konnten vor Jahren das schmucke Häuschen nicht mehr halten, es ging an deren Landesverband. Dort fühlte sich niemand mehr so recht zuständig, und das Haus verfiel zusehends. Seit 2016 sind die Kahlenbergfreunde Herr im Haus, und sie haben kräftig renoviert. Im Topzustand präsentiert sich das kleine Gebäude, das immer wieder gerne zu Vereinsfeiern und anderen Festen genutzt wird, wenn nicht Corona-Restriktionen solche Veranstaltungen verbieten.

Roland Weber, Rohrbacher Ortsvorsteher und Bauunternehmer, hat den Kopf voller Ideen, was man noch alles machen könnte. „Mitglied bei den Kahlenbergfreunden sind alle kulturtreibenden Vereine im Ort. Deshalb kann man nicht genau sagen, wie stark unser Verein ist.“ Weber vertritt den Vorsitzenden Jörg Schuh. Ein „harter Kern“ von Aktiven umfasst, so Weber, etwa fünfzehn Mitglieder.

Und Michael Latz erzählt, dass sie sich im ganzen Dorf als treibende Kraft für ein schönes Rohrbach verstehen. „Wir haben allein schon fünfmal Graffiti-Schmierereien beseitigt.“ Roland Weber ergänzt, dass die Kahlenbergfreunde den Johannisbrunnen im Eck angelegt haben, sie haben die Uhr mitten im Dorf auf der Drehscheibe wieder aufgestellt, schließlich waren sie es, die auf dem Kahlenberg den Steinbruch-Wanderweg angelegt, ausgeschildert und gepflegt haben. Auf dem Parkplatz in der Jugendheimstraße wurde ein Kräutergarten angelegt, der immer wieder gerne von Kindergartengruppen besucht wird.

Überhaupt sind es die Kindergärten, die besonders eng mit den Kahlenbergfreunden zusammenarbeiten. Immer wieder sind die Kinder zu Gast auf dem schönen Gelände am Vereinsheim. Spielen, toben auf der riesigen Wiese herum, beobachten die Bienen der Kahlenbergfreunde, die in zwei schönen Bienenhäusern leben. Ein Hochbeet haben die Kinder bepflanzt, regelmäßig kommen sie vorbei, um zu sehen, wie sich die Pflanzen entwickeln.

Heimische Bäume wurden gepflanzt, um dem Gelände Schatten und Atmosphäre zu geben. Ein Grillplatz ist entstanden und eine viele Meter lange, phantasievoll bepflanzte Pergola. Es ist ein Schmuckstück, das viele Rohrbacher nutzen, um die Natur zu erleben. Und da kommt Alfons Nägele ins Spiel. Er stößt zu der Dienstags-Rentnergruppe, und er hat einen geräumigen Kombi voller prächtiger Äpfel mitgebracht. Vom Bodensee ist der Techniker nach Rohrbach gekommen. „Was ich hier mache, ist wunderschöner Aktivurlaub. Das mittlerweile schon im zehnten Jahr“, erzählt er begeistert. In seiner Heimat lernte er Michael Latz kennen, der beruflich am Bodensee war. „Wir sind beide Vereinsmenschen, und wir haben uns prächtig verstanden. Latz machte mich neugierig, und ich wollte hierher.“ Das war kurz vor dem Nikolaustag, an dem die Kahlenbergfreunde traditionell die Kinder in den Kindergärten beschenken. Latz fragte bei Nägele an, ob er nicht ein paar Äpfel vom Bodensee mitbringen könne, schließlich lebt der dort gleich neben einer großen Apfelplantage. So kam Nägele erstmals mit seinem Kombi nach Rohrbach, prall vollgeladen mit heimischen Äpfeln. „Als ich sah, wie sich die Kinder darüber gefreut haben, war klar, dass wir das immer wieder machen“, erzählt er unserer Zeitung.

In den nächsten Tagen werden Nägele und die Kahlenbergfreunde wieder in die Kindergärten kommen und Äpfel verschenken. Nägele macht sich derweil nützlich auf dem Vereinsgelände. Vieles ist vorzubereiten. Das frühere Pfadfinderheim soll Heimstatt sein für alle, die die Rohrbacher Tradition hochhalten. Roland Weber: „Wir stehen nicht nur für Feste von Abschlussklassen bereit, wir wollen Station sein für Ferienmaßnahmen, wir haben die Rohrbacher Straußjugend wieder ins Leben gerufen, wir sind präsent bei einer Vielzahl von traditionellen Festen, sobald sie wieder stattfinden dürfen.“ Der Höhepunkt in diesem Sommer soll, als kleiner Ersatz für das ausfallende Rohrbachfest, das Sommerfest auf dem Vereinsgelände sein. Am 7. und 8. August wird dort gefeiert.

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