Jugendzentrum bekommt einen Bufdi

St. Ingbert. Das selbstverwaltete St. Ingberter Jugendzentrum wird für seine Arbeit eine Stelle im Rahmen des Bundesfreiwilligen-Dienstes erhalten, befristet auf ein Jahr. Angesiedelt ist die beim saarländischen Jugendzentren-Dachverband juz-united

St. Ingbert. Das selbstverwaltete St. Ingberter Jugendzentrum wird für seine Arbeit eine Stelle im Rahmen des Bundesfreiwilligen-Dienstes erhalten, befristet auf ein Jahr. Angesiedelt ist die beim saarländischen Jugendzentren-Dachverband juz-united. Letzterer Punkt hat bei der jüngsten Stadtratssitzung allerdings zu einer intensiven Auseinandersetzung darüber geführt, ob die Stadt nicht besser selbst Freiwillige in Dienst stellen könnte, sei es nun für das Jugendzentrum oder für andere soziale Aufgaben. Herdis Behmann (SPD), Oliver Kleis (Linke), Heinz Dabrock (Familien-Partei) und Markus Gestier (UCD) machten sich dafür stark. SPD-Fraktionschef Thomas Berrang wandte sich darüber hinaus gegen Formen des "Outsourcings". Die Stadt müsse Kompetenzen aufbauen, um den Freiwilligen-Dienst für sich nutzbar zu machen, waren sich die Redner einig.

Allerdings stellt der Job im Jugendzentrum unter der Obhut des Dachverbands keinen Präzedenzfall für ein Auslagern von Arbeit dar. In der Zeit zwischen 2000 und 2008 arbeiteten in der ehemaligen Pfarrgassschule Zivildienstleistende. Ihr Arbeitgeber war der Verband juz-united, der die Kosten von Stadt und Kreis bezahlt bekam. Nach dem Wegfall des Zivildienstes gibt es heute die Möglichkeit, im Rahmen des Bundesfreiwilligen-Dienstes (BFD) oder des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) Stellen zu schaffen. Allerdings muss der Arbeitgeber für die Betreuung der Freiwilligen eine entsprechende Qualifikation nachweisen. Juz-united hat dazu die Anerkennung. Die Stadt nicht. UCD-Fraktionschef Gestier wies auf Abrechnungsprobleme hin, die es in den vergangenen Jahren mit dem Juz gegeben habe und folgerte, die Stadt solle den Abrechnungspart auf sich nehmen. Die offene Jugendpflege werde dadurch nicht angetastet. Mathilde Thiel (Stadtverbands-SPD) hingegen erinnerte an den Selbstverwaltungsgedanken. Man solle den Jugendlichen nicht erneut "in den Hintern treten". Arnold Sommer von der Personalabteilung des Rathauses war erstaunt über die Vehemenz, mit der einige Räte die Freiwilligen-Stelle fürs Jugendzentrum bei der Verwaltung angesiedelt sehen wollten. Er erläuterte, das Ansinnen sei mit einem "relativ hohen Aufwand" verbunden. Jugendpfleger Jörg Henschke müsse dafür eine spezielle Ausbildung machen. Dem Jugendzentrum sei mit der Lösung über den Dachverband mehr geholfen. Sommer: "Juz-united bietet diesen Service an und hat Erfahrung. Wir fangen bei Null an." Oberbürgermeister Hans Wagner pflichtete Sommer bei. Mehrheitlich stimmte der Stadtrat der Verwaltungsvorlage zu, 50 Prozent einer Bundesfreiwilligen-Stelle zu übernehmen. Verwaltungsmann Sommer sicherte zu, das Rathaus werde intern prüfen, wo weiterer Bedarf gesehen werde.