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Jugendwehr legt Feuerteufel in Ketten

Jugendwehr legt Feuerteufel in Ketten

Rentrisch. Während Rentrischs Ortsvorsteher Dieter Schörkl und CDU-Chef Erik Ferchel die ersten Rostwürste braten vor einer Garage auf der Kreuzung Am Lottenhammer/Zum Spellenstein und sich um den Segen des Himmels für den Rosenmontagsumzug sorgen an dessen Schlusspunkt, zieht es die Faasebooze gegen 14 Uhr mit Macht Richtung Waschhaus

Rentrisch. Während Rentrischs Ortsvorsteher Dieter Schörkl und CDU-Chef Erik Ferchel die ersten Rostwürste braten vor einer Garage auf der Kreuzung Am Lottenhammer/Zum Spellenstein und sich um den Segen des Himmels für den Rosenmontagsumzug sorgen an dessen Schlusspunkt, zieht es die Faasebooze gegen 14 Uhr mit Macht Richtung Waschhaus. Wollte man einen Preis vergeben für die beste Stimmung entlang des Gaudi-Wurmes, er müsste an die Leute gehen, die vom Rentrischer Weg bis vors Kulturhaus in der Unteren Kaiserstraße den bunten Zug erwarteten. Da läuft ein kleiner Junge mit schwarzem Pappkarton um den Kopf und somit als Fernseh-Gerät verkleidet, die rote Sammeltüte für die Bonbons hat er unter den Arm geklemmt, Mutter und großem Bruder hinterher. Ein Vater schiebt den Doppelkinderwagen, an dessen Regenschutz vor den Kleinen er Karten mit der Aufschrift "Wir sind St. Ingbert" geklemmt hat. Die Ingo-Haltestelle "Neuweilerweg" ist zur Fastnachtshaltestelle umfunktioniert. Dort gibt es Bier in Kölschgläsern und Sekt. Der Fastnachtszug, kurz nach 14 Uhr gestartet, schiebt sich langsam durch Rentrischer- und Neuweilerweg. Um 14.30 Uhr begrüßt ihn Wolfgang Latz vom Musikverein Rentrisch über Lautsprecher vorm Kulturhaus lautstark: "Der Zug kommt!" Und wie er kommt: Mit viel Getöse rücken Westernclub, Frauengemeinschaft (mit Mann am Steuer des Autos), Jugendfeuerwehr, DNZ-Lastwagen, Ski-Club, Spieser Feierhexen und Kindergruppe an, tanzen sich Garden an den etwa 800 Schaulustigen vorbei und beschließt der Motivwagen des Rentrischer Carnevalclubs, der den Bergbau beerdigt und die Lyoner hochleben lässt, den kleinen feinen Gaudiwurm. Stark ist besonders der Auftritt der Nachwuchskräfte der Feuerwehr. Sie haben hoch auf dem Wagen einen Feuerteufel mit brennender Mistgabel. Allerdings in Ketten gelegt. Ganz klar: Bei der Feuerwehr erlebt man was. Im Verlauf der Kaiserstraße und im Lottenhammer verlieren sich die Fastnachtsfreunde am Straßenrand mehr und mehr. Moderator Latz weiß: "Wir hatten schon das Doppelte an Zuschauern. Aber das war bei dem Wetter zu erwarten." Aber für den Umzug gibt es gute Noten. Ernst Geib, 70, sagt: "Er ist größer als in den vergangenen Jahren. Das ist ganz nett so." Und Emilia Brazzoli, 50, die mit den Kindern der Nachmittagsbetreuung der Grundschule Scheidt gekommen ist, betont: "Ich hätte mehr politische Themen erwartet, aber es steckt auch so eine Menge Arbeit dahinter." Gute Laune herrscht wie seit Jahren bei Horst Müller in der Kaiserstraße. Dort feiern fast 50 Leute. Auch Ortsvorsteher Schörkl wird erhört: Das Wetter hält, bis der Zug bei ihm endet.