Jugendhilfe im Kreis erfolgreich

Auch wenn man nicht hinter die Fassaden schauen könne, so Saarpfalz-Landrat Theophil Gallo, erreiche die Jugendhilfe doch viel und könne zum Wohl der Kinder beitragen. Die Früherkennung spiele dabei eine wichtige Rolle.

Eine harte Erkenntnis nimmt der Landrat des Saarpfalz-Kreises, Theophil Gallo , gleich vorweg: "Einen umfassenden Schutz für Kinder gegen elterliche Gewalt wird es wohl nicht geben. Wir können nicht hinter die Fassaden schauen." In Zahlen ausgedrückt sieht das für den Saarpfalz-Kreis so aus: 132 Gefährdungsmitteilungen wurden im vergangenen Jahr vom saarpfälzischen Jugendamt überprüft. Dabei wurde in 17 Fällen eine Kindeswohlgefährdung festgestellt und in drei Fällen mussten vorläufige Schutzmaßnahmen getroffen werden. So teilt es die Kreisverwaltung mit. Doch in der Mehrzahl der Verdachtsfälle auf Misshandlung und Vernachlässigung habe durch Beratung und zum Teil längerfristige Jugendhilfeleistungen geholfen werden können, die Lebenssituation der Kinder in der Familie zu verbessern. "Eine fachlich engagierte und qualifizierte, stringent auf Prävention und Früherkennung ausgerichtete Jugendhilfe bietet eine gute Chance einer deutlichen Reduzierung", so Gallo. Im Saarpfalz-Kreis werde dieser Auftrag sehr ernst genommen. Schon seit 2003 gebe es einen Handlungsleitfaden zur Umsetzung von Schutzmaßnahmen bei Kindeswohlgefährdungen. In der Folge wurde mit den freien Jugendhilfeträgern, den Kindertagesstätten, den Vereinen und Verbänden und schließlich auch mit der Uni-Kinderklinik in Homburg eine Kinderschutzvereinbarung geschlossen und konkrete Handlungsschritte vereinbart. Aber auch das biete keinen endgültigen Schutz: "Wir können ja nicht immer und zu jeder Tageszeit neben den Eltern stehen", so Sozialdienstleiter Karl-Heinz Becker. "Das ist auch nicht die Aufgabe der Jugendämter. Vorrang hat die Unterstützung der Eltern in ihrem Erziehungsauftrag. Das schreibt das Grundgesetz und das Kinder- und Jugendhilferecht vor", so Becker weiter.

Im Kinderschutz spiele die Präventionsarbeit eine primäre Rolle, heißt es in einer Mitteilung weiter. Der Saarpfalz-Kreis habe mit seinen Maßnahmen bundesweit Anerkennung erfahren. Jugendamtsleiter Klaus Guido Ruffing sei schon vor mehr als sechs Jahren als fachlicher Berater in das "Informationszentrum gegen Kindesmisshandlung und Kindesmissbrauch" beim deutschen Jugendinstitut in München berufen worden. Der Saarpfalz-Kreis hatte bereits damals eine umfassende Qualifizierung von Mitarbeitern gestartet.

Zwischenzeitlich haben sich zwei auf den Saarpfalz-Kreis bezogene Netzwerke etabliert: Das saarlandweite, vom Sozialministerium geförderte Netzwerk für Eltern, das in Homburg, Bexbach, Kirkel und als zweiter Arbeitskreis für St. Ingbert und den südlichen Saarpfalz-Kreis installiert wurde. Darüber hinaus gibt es das Netzwerk Kinderschutz auf Träger- und Leitungsebene, das auch bei der verantwortlichen Leitungsebene für Fragen des Kinderschutzes sensibilisiert. Alle Maßnahmen zusammen zeigten Wirkung, wie vom Institut für Sozialpädagogische Forschung in Mainz belegt. "Der Saarpfalz-Kreis hat die wenigsten Eingriffe in die elterliche Sorge im Saarland und einen sehr hohen Anteil an Eltern, die sich sehr früh bei den Familienhilfezentren um Unterstützung in ihrem Erziehungsauftrag kümmern", so Landrat Gallo.