Jugendheim in neuem Glanz

Rohrbach. Welcher Besucher kannte ihn nicht, den knarrenden Holzfußboden im Jugendheim St. Johannes? Lange Jahre entlarvte er denjenigen, der sich während einer Veranstaltung durch Gehen bemerkbar machte. Damit ist seit dem vergangenen Wochenende endgültig Schluss

Rohrbach. Welcher Besucher kannte ihn nicht, den knarrenden Holzfußboden im Jugendheim St. Johannes? Lange Jahre entlarvte er denjenigen, der sich während einer Veranstaltung durch Gehen bemerkbar machte. Damit ist seit dem vergangenen Wochenende endgültig Schluss. Nach über sechs Monaten sind die Renovierungsarbeiten im Rohrbacher Jugendheim zu Ende und Stäbchenparkett ziert den Veranstaltungsraum. Trittschallsicher, einfach zu reinigen und auf der Höhe der Zeit, präsentiert sich der Bodenbelag im Versammlungsraum der katholischen Pfarrgemeinde St. Johannes. "250 000 Euro, Tendenz steigend", erklärte Pfarrer Marcin Brylka mit einem leichten Zwinkern am Samstagabend beim Kommers die Gesamtkosten. Es wären noch besondere Brandschutzauflagen hinzugekommen, die man in dieser Deutlichkeit nicht vorhergesehen hatte. 30 Prozent der Kosten übernimmt das Bauamt der Diözese Speyer. Der Rest wird durch die Kirchenstiftung der Pfarrei getragen. Doch es ist nicht nur der Boden, der in Rohrbach erneuert wurde: Fenster, Küche, Kühlhaus, Kellerräume und Thekenbereich sowie Heizung und Elektrik wurden auf den aktuellen Stand gebracht. Bis dahin war es ein langer Weg. Bereits vor rund elf Jahren gab es Pläne für eine umfassende Modernisierung. Sie wurden von Speyer wegen Geldmangels abgelehnt. Immerhin sollten über eine Million Euro ausgegeben werden. Man beschränkte sich 2001 auf kleinere Maßnahmen wie die Erneuerung des Parkplatzes, die Reparatur der Heizung und Teile der Toiletten. 2007 wurden erneut mit dem Bauamt in der Pfalz Gespräche geführt, neue Pläne erstellt und eine "abgespeckte" Version bekam den Zuschlag. Da man an anderen Stellen sparte, war auch die Finanzzusage aus Speyer sicher und im Juli 2009 ging es los. Zehn Leute vom Musikverein und eine Helfergruppe der Kolpingfamilie, "Die Rentnerband" mit acht Leuten, war fortan neben den 14 Firmen im Einsatz. Stellvertretend für die Handwerker berichtete Roland Weber bei der Eröffnung auf humorvolle Art über den Ablauf der Arbeiten. So habe man festgestellt, dass das Gebäude einen Hausgeist habe: Bei den Estricharbeiten habe man die Fenster extra aufgestellt. Kurz danach waren sie wieder zu. So ging es auch mit Türen und der Beleuchtung. Pfarrer Brylka gab sich als Teilzeit-"Geist" zu erkennen. Er nahm bei der Eröffnung auch die Einsegnung vor und brachte symbolisch das Kreuz an der Wand an. Die Anwesenden sangen dazu "Großer Gott, wir loben Dich". Die Feier wurde vom Musikverein Rohrbach umrahmt. Eine Fotoausstellung zeigt auf beeindruckende Art und Weise die Bauarbeiten. Noch ein paar Tage werden die Außen-Abschlussarbeiten andauern. Mit "Was lange währt", zeigte sich auch Paul Wannemacher von der Firma Incoba aus Saarbrücken zufrieden über den Abschluss der Bauarbeiten. "Der Umbau hat sich gelohnt", freute sich auch Ortsvorsteher Hans Wagner.

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