Jugendfeuerwehr Rohrbach absolvierte 24-Stunden Übung

Feuerwehr : Junge Retter waren im Dauer-Einsatz

Die Feuerwehr Rohrbach veranstaltete für ihren Nachwuchs eine „24-Stunden-Übung“ mit unterschiedlichen Einsatz-Szenarien.

Beim Berufsfeuerwehrtag des Löschbezirks Rohrbach erfuhren Kinder der Jugendfeuerwehr hautnah, wie die Arbeit einer Berufsfeuerwehr aussieht. Offizieller Beginn der umgangssprachlich bezeichneten 24 Stunden-Übung war samstags gegen 9 Uhr: Zunächst fanden sich alle Kinder und Ausbilder der Jugendfeuerwehr in den Räumlichkeiten des Gerätehauses ein, um gemeinsam in einen ereignisreichen Tag zu starten. Gegen 9.45 Uhr war es dann soweit und die Kinder wurden zu ihrem ersten Einsatz mit der Einsatzmeldung „Gefahrgut – Öl auf Gewässer“ alarmiert. Kaum ertönte der Alarmgong, schon waren die Einsatzfahrzeuge besetzt und die Mannschaft zum Ausrücken bereit. Der erste Einsatz führte sie dann zum Glashütter Weiher, auf welchem alte Kanister vorgefunden wurden, die auszuliefen drohten. Wie es auch in einem Realeinsatz der Fall ist, musste die mit der Position des Gruppenführers beauftragte Person in Sekundenschnelle eine Entscheidung für die Lösung des Problems finden. Schnell fiel die Wahl auf den Einsatz einer Ölsperre, die die Ausbreitung des Gefahrgutes verhindern sollte. Nachdem der erste Einsatz abgearbeitet war, fanden sich alle Einsatzkräfte im Gerätehaus ein, jedoch ließ der nächste Einsatz nicht lange auf sich warten. Gegen 11 Uhr ertönte erneut das Alarmsignal, und die Mannschaft rückte zu einem Brand der Kategorie 4 eines Reifenlagers in der Autowerkstatt der Firma Erich Bender aus. Auch in diesem Einsatz konnten die Mitglieder der Jugendfeuerwehr ihr spezifisches Wissen und Können unter Beweis stellen und auch diese Einsatzlage rasch abarbeiten. Gegen 13 Uhr erfolgte dann eine kleine Stärkung der Einsatzkräfte in Form von Rahmschnitzel mit Pommes, und um etwa 14.30 Uhr wurden die jungen Retter zu einem Verkehrsunfall zwischen einem Pkw und einem Fahrradfahrer alarmiert. An der Einsatzstelle angekommen, fanden sie eine auf dem Boden liegende, bewusstlose Fahrradfahrerin vor, welche an mehreren Körperstellen deutlich zu erkennende Schürfwunden erlitten hatte sowie einen Pkw mit einer noch darin sitzenden Autofahrerin.

Neben den beiden Unfallbeteiligten fiel der Mannschaft außerdem auf, dass das Unfallfahrzeug Betriebsstoffe verlor. Die Vorgehensweise der Einsatzkräfte gestaltete sich nun so, dass zunächst der Brandschutz sichergestellt und die bewusstlose Person betreut werden musste. Nach einer Überprüfung der Vitalfunktionen (Atmung, Puls) wurde die verunfallte und nicht ansprechbare Person in eine stabile Seitenlage positioniert und ihr Zustand über die gesamte Dauer des Einsatzes im Auge behalten, bis sie dem Rettungsdienst übergeben werden konnte. Auch die Autofahrerin wurde durch ein Mitglied der Jugendfeuerwehr betreut.

Im Verlauf des Nachmittags wurden noch einige weitere Einsätze abgearbeitet, wobei drei simulierte Brände, ein Kellerbrand um 17 Uhr, eine unklare Rauchentwicklung um 18 Uhr sowie eine weitere unklare Rauchentwicklung auf einem Sportplatz gegen 20 Uhr zu bewältigen waren. In allen drei Einsatzszenarien konnten die Brände schnell unter Kontrolle gebracht und eine Gefahr für Dritte abgewendet werden.

Höhepunkt des Tages war der abschließende Einsatz gegen Mitternacht, bei dem eine verschwundene Person gefunden werden musste. Nach der Alarmierung fuhren die Einsatzkräfte Richtung Ortsausgang Rohrbach in Richtung St. Ingbert und trafen einen (angenommen) stark alkoholisierten Mann an,  der auf dem Kreisel herumtaumelte und sich nur schwer auf den Beinen halten konnte. Dies stellte eine sehr ungewohnte Situation für die Mitglieder der Jugendfeuerwehr dar und erschwerte neben der Dunkelheit zusätzlich die Einsatzbedingungen. Nach der Befragung des Mannes wurde klar, dass es sich hierbei nicht um die verschwundene Person handelte, sondern dessen Freund unauffindbar war. Mit einer wirren Erzählung über die Umstände des Verschwindens im Gepäck, machten sich die Einsatzkräfte auf die Suche nach der verschwundenen Person und trafen diese in einem Waldstück auf einer Bank liegend und ebenfalls dem Anschein nach stark alkoholisiert an.

Auch Verletzte mussten geborgen werden. Foto: Frank Hoffmann
Auch am Glashütter Weiher wurde geübt. Foto: Frank Hoffmann

Nach den Strapazen dieses Tages konnten die Kinder nach diesem Einsatz zu Bett gehen und die vielen Eindrücke dieses spannenden Tages verarbeiten. Am nächsten Morgen gegen 8 Uhr fand ein abschließendes gemeinsames Frühstück mit einer anschließenden Verabschiedung statt.

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