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Jürgen Bach steht an Spitze der Stadtwerke St. Ingbert und Bliestal

Neue Struktur beim Versorger in St. Ingbert und im Bliestal : Stadtwerke gestalten Führungswechsel

Jürgen Bach wurde als neuer Geschäftsführer der Werke in St. Ingbert und im Bliestal vorgestellt. Ab 2021 steht er an der Spitze der gemeinsamen Biosphären-Stadtwerke GmbH & Co. KG.

Viele Neuigkeiten hatten die Stadtwerke St. Ingbert und Bliestal am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz parat. Sie betreffen vor allem Personalien. So werden sich die beiden bisherigen Geschäftsführer Hubert Wagner, Stadtwerke St. Ingbert, und Bernhard Wendel, Stadtwerke Bliestal, zum Jahresende in den Ruhestand verabschieden. Ihr Nachfolger wird der 53-jährige Jürgen Bach. Er ist bereits ab dem 1. Oktober Mitgeschäftsführer der in diesem Jahr gegründeten Kooperationsgesellschaft der beidem Stadtwerke St. Ingbert und Bliestal. Ab dem 1. Januar 2021 leitet Bach dann die Biosphären-Stadtwerke GmbH & Co. KG, in der die beiden Versorgungsunternehmen in der Mittelstadt und in den Bliestalkommunen Blieskastel und Gersheim aufgehen werden.

Die Bedeutung dieses personellen Umbruchs sowie der verstärkten Zusammenarbeit der Werke unterstrichen auch Oberbürgermeister Ulli Meyer (St. Ingbert) sowie die Bürgermeister Bernd Hertzler (Blieskastel ) und Michael Clivot (Gersheim), die ebenfalls zu dem Termin im Stadtwerke-Gebäude in St. Ingbert gekommen waren. Die drei Bürgermeister bedankten sich für die Verdienste von Wagner und Wendel, die auf 28 beziehungsweise 34 Dienstjahre in ihren Unternehmen zurückblicken können. Darüber hinaus äußerten sich die Verwaltungschefs auch sehr positiv zu der Harmonie, in der die Aufsichtsräte der beiden Stadtwerke den neuen Geschäftsführer ausgewählt hätten. Schon seit Anfang 2019 habe eine gemeinsame Findungskommission unter bundesweiten Bewerbern einen geeigneten Kandidaten für die angestrebte Kooperation gesucht. Die Wahl sei schließlich auf Jürgen Bach gefallen, der in seinem neuen Wirkungsgebiet „erstens die Märkte, zweitens die Werke und drittens die Menschen kennt“, wie Ulli Meyer anmerkte.

Der neue Geschäftsführer nahm solches Lob mit Humor: „Sie haben mich gekannt und trotzdem genommen.“ Der aus Kirkel stammende Bach bringt aber auch das Rüstzeug mit, um bei den Biosphären-Stadtwerken den Wunsch nach Beständigkeit und Innovation zu verbinden. Bereits von 1997 bis 2010 war der Diplom-Ingenieur der Elektrotechnik bei den Stadtwerken St. Ingbert als Prokurist für Strom und Netze zuständig und begleitete auch die Anfänge der 2010 begonnenen Zusammenarbeit zwischen den Stadtwerken St. Ingbert und Bliestal. Danach wechselte Bach als Geschäftsführer zur EnergieSüdwest Netz GmbH mit Sitz im pfälzischen Landau, wo er zuletzt auch eine Dienstleistungs-Kooperation mehrerer Stadtwerke leitete – eine seiner künftigen Aufgabe bereits sehr ähnliche Tätigkeit.

„Die Kooperation der Stadtwerke St. Ingbert und Bliestal sowie die daraus entstehende gemeinsame Gesellschaft ist ein Alleinstellungsmerkmal. Mit dieser Neuausrichtung können wir von einem Know-how-Transfer zwischen den Gesellschaften gewinnen und somit Marktchancen noch besser nutzen, eine größere Prozesssicherheit erreichen und von Skaleneffekten profitieren“, erklärte der künftige Geschäftsführer. Jürgen Bach nannte auf Nachfrage aber auch konkrete Aufgaben, denen er sich widmen will. „Zwei Mega-Trends in der Energiebranche mit D, nämlich Dezentralisierung und Dekarbonisierung, zeichnen sich auch bei uns ab.“ Soll heißen: Die Zukunft der Werke entscheide sich auch daran, wie die Eigenerzeugung von Strom und Wärme sowie die Herausforderung etwa der E-Mobiliät gemeistert werden.

Die Bedeutung von Bachs neuem Job machen auch Zahlen deutlich. Mit rund 65 000 Einwohnern im Versorgungsgebiet und derzeit etwa 110 Mitarbeitern sind die Biosphären Stadtwerke immerhin die zweitgrößten Stadtwerke im Saarland.

Noch eines war den Stadtwerke-Verantwortlichen wichtig: „Für Kunden und Öffentlichkeit wird sich nicht viel verändern“, betonte Hubert Wagner. Der Zusammenschluss sei größtenteils organisatorischer Natur. Die wesentlichen Änderungen fänden eher hinter den Kulissen statt. Beide Stadtwerke-Partner bleiben in den jeweiligen Städten für die Kunden als Ansprechpartner erhalten und werden weiterhin unter der eigenen Marke auftreten. Die wird allerdings wirklich neu sein. Am Montag wurden erstmals die neuen Logos mit dem Zusatz Biosphäre gezeigt, die es ab 2021 für die Stadtwerke und ihre gemeinsame Gesellschaft geben wird.