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Jubiläums-Endspurt zwischen Blaulichtparty und nächtlichem Alarm

Jubiläums-Endspurt zwischen Blaulichtparty und nächtlichem Alarm

Im 150. Jahr ihres Bestehens zeigten die Kameraden der St. Ingberter Feuerwehr neben ihrem normalen Dienst vollen Einsatz beim Jubiläum. Festkommers, Ausstellung, Großübung, Partys und noch viel mehr galt es zu stemmen.

. Am Wochenende nahmen die Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag der St. Ingberter Feuerwehr nochmal richtig Fahrt auf. Nachdem in den vergangenen Wochen bereits der Festkommers, die Ausstellung "Feuerwehr im Wandel der Zeit" und die Großübung auf dem Marktplatz erfolgreich von den Kameraden gestemmt wurden, begann am Freitag mit der Blaulichtparty im Feuerwehrgerätehaus der Geburstagsendspurt. Rund 600 Gäste hörten die Hits der vergangenen 30 Jahre. Wahrscheinlich lagen die Besucher der Party noch in den Betten, als sich der Nachwuchs am Samstagmorgen zu seinem Leistungsmarsch auf den Weg machte. Mittags trafen sich die Altersabteilungen, während es am Abend wieder ans Feiern ging. Diesmal hatte man sich zur Party im bayrischen Stil unter dem Motto "O'zapft is" die Büddenbacher eingeladen. Ziemlich schnell hatten sie ihre Zuhörer im Griff, so dass es kein Wunder war, dass die Sänger das Feuerwehrgerätehaus mit einem Festzelt verwechselten. Das "Prosit auf die Gemütlichkeit" durfte genauso wenig fehlen wie aktuelle Hits. Die Musiker sind viel unterwegs und so lag St. Ingbert quasi am Weg nach Tunesien, wo die Truppe in Kürze gastiert.

Während diese auf der Bühne "Schatzi, schenk mir ein Foto" sangen, hatten die Feuerwehrmänner und -frauen aus der Partnerstadt Radebeul bereits eine Urkunde in der Tasche. Denn vier der insgesamt elf sächsischen Gäste erhielten von den St. Ingberter Kameraden eine Urkunde für die 25-jährige Freundschaft, die sie in besonderem Maße zu den St. Ingberter Kollegen pflegen. So ist man nicht nur privat und bei Feierlichkeiten miteinander verbunden, sondern hilft sich auf dem "kleinen Dienstweg" auch, wenn Not am Mann ist, wie beispielsweise bei der Hochwasserkatastrophe. Roland Fährmann, Stadtwehrleiter der Radebeuler und vergleichbar mit unserem Löschbezirksführer, ließ sich die Teilnahme am Großen Zapfenstreich am Sonntagabend nicht nehmen und das, obwohl er am Montagmorgen bereits wieder in Sachsen auf der Arbeit sein musste. Ihn traf man wie viele andere auch am Sonntagmorgen zum "Tag der offenen Tür".

So wie es am Samstagabend aufgehört hatte, fing es wieder an - mit Musik beim Frühschoppen von den Laabtalern und Bier. Zumindest die Feuerwehrleute konnten sich zwischen den Einsätzen an Zapfhahn und Bonkasse nicht wirklich ausruhen, gab es doch in der Nacht von Samstag auf Sonntag in der Früh gegen zwei Uhr einen Alarm. "Gott sei Dank nur eine brennende Mülltonne", war von denen zu hören, die ausrücken mussten.

Spätestens am Muttertag konnten die verbrauchten Kalorien bei Erbsensuppe, Spießbraten, Salatteller oder Kaffee und Kuchen wieder zugeführt werden. Und wem das nicht reichte, der konnte einen Spaziergang durch den großen "roten" Fuhrpark machen, der anlässlich des Jubiläums besonders üppig ausfiel. Da gab es neben einigen anderen Oldtimern auch die erste Drehleiter des Saarlandes von 1954, die im Besitz der Freiwiligen Feuwehr St. Ingbert war, zu bestaunen. Weitestgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit fand in den oberen Räumen die Führungskräftetagung des Kreises statt.

"Eine besonderer Ehre, wenn man die ausrichten darf", so Hauptbrandmeister Manfred Abmeier. Aber schließlich hatten die Teilnehmer so auch noch etwas vom 150. Geburtstag ihrer St. Ingberter Kameraden.