Jetzt stromert auch der Bauhof

Momentan tragen gut ein Viertel aller im Saarland zugelassenen Elektrofahrzeuge ein IGB-Kennzeichen. Das ist beachtlich, soll aber erst ein Anfang für einen Mobilitätswandel sein, wie OB Hans Wagner betonte, als er dem städtischen Betriebshof zwei Kastenwagen mit Elektro-Motor übergeben hat.

Oberbürgermeister Hans Wagner hat zwei neue Renault Kangoo ZE an den Betriebhof der Stadtverwaltung übergeben. Damit hält jetzt auch dort die Elektromobilität Einzug. Die Elektro-Fahrzeuge ersetzen zwei in die Jahre gekommene Autos, einen benzinbetriebenen Opel Agila sowie einen Opel Combo mit Erdgasantrieb, der bereits eine Laufleistung von 200 000 Kilometern aufwies. Während für Friedhofsmeister Andreas de Groot nach den ersten "elektrischen" Kilometern die fehlenden Fahrgeräusche noch ungewohnt sind, schwärmt Jürgen Engel vom Baubetriebshof bereits vom leisen Null-Emissions-Fahrzeug.

Bis zu 170 Kilometer läuft solch ein kleiner Kastenwagen mit einer Batterieladung. "Das ist ein weiterer Schritt St. Ingberts zur Elektromobilitätsstadt Nummer Eins. Wer einmal ein solches Auto gefahren ist, weiß, wie einfach die Handhabung ist, was es für Spaß macht und wie schnell man damit unterwegs ist ", sagte Hans Wagner , der als einziger saarländischer Verwaltungschef seit drei Jahren selbst einen elektrisch betriebenen Dienstwagen fährt.

Und damit diesem Beispiel noch mehr St. Ingberter folgen können, werden in einigen Wochen zwei weitere Ladestationen in Betrieb gehen, jeweils eine am Rathaus und am BBZ. Damit wächst die Zahl der öffentlichen E-Ladestationen in der Stadt auf sechs. Eine solche brauchen die zwei neuen Betriebshof-Autos eigentlich nicht, da sie mit einem Ladekabel für normale Starkstromsteckdosen ausgestattet sind. Stolz berichtete Wagner, dass gut ein Viertel aller saarländischen E-Fahrzeuge in St. Ingbert angemeldet sind. 220 E-Autos gibt es im ganzen Saarland, 57 davon haben ihre "Heimat" in der Mittelstadt. Von 1961 saarländischen Hybridfahrzeugen sind 334 "St. Ingberter". Auch das sind im Saarlandvergleich 17 Prozent. "In St. Ingbert sind wir auf auf diesem Gebiet Vorreiter und auf einem guten Weg. Wir schaffen Mobilität mit Energie, die wir in der Stadt selbst erzeugen. Das passt zum Biosphärengedanken und ist ein wichtiges Zeichen in Sachen Nachhaltigkeit. Das ist eine Investition in die Zukunft", zeigte sich Wagner überzeugt ist, dass sich die Elektromobilität durchsetzt.

Der städtische Klimaschutzmanager Hans-Henning Krämer hofft, in Zukunft den Ausbau der Ladesäulen an frequentierten Punkten fortsetzen zu können. Wo man als Städtischer Betriebshof auf Elektromobilität umstellen könne, mache man das, bricht auch dessen Leiter Christoph Anstadt eine Lanze für die klimafreundliche Fortbewegung. Derzeit verfügen Bauhof und Stadtgärtnerei über insgesamt 65 Autos. Neben den jetzt übergebenen zwei "Elektro-Mobilen" fahren 46 benzin- beziehungsweise dieselgetriebene und 17 Erdgas-Fahrzeuge in städtischen Diensten. Schrittweise werden ausgemusterte Fahrzeuge durch strombetriebene ersetzt, so wie ein Pritschenwagen der St. Ingberter Stadtgärtnerei, der in den nächsten Wochen mit einem Piaggio einen CO{-2}-neutralen Nachfolger bekommt.