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Irrungen und Wirrungen in Krimi-Manier

Irrungen und Wirrungen in Krimi-Manier

Die Theatergruppe des Kultur- und Theatervereins Ormesheim hat sich an die Krimikomödie „Stirb langsam, Liebling“ des Autors Hans Schimmel herangewagt. Das Stück zeichnet sich dabei durch Witz, Spannung und insbesondere durch den Dialekt aus.

Ein Mann braucht drei Frauen, glaubt Knut Kniesebeck (Axel Schweizer). Und der Klopapierfabrikant erklärte am vergangenen Wochenende an drei Abenden vor seit Wochen ausverkauftem Haus im Saal Niederländer auch wieso. Nun, bei der Krimikomödie "Stirb langsam, Liebling" des Autors Hans Schimmel, die sich die Theatergruppe des Kultur- und Theatervereins (KTV) Ormesheim dieses Mal ausgewählt hat, braucht das männliche Geschlecht eine Frau zum Repräsentieren. Eine weitere für den Haushalt und eine weitere - nun, ja: Sie wissen schon.

Harte Methoden

Der eheliche Ofen im Hause Kniesebeck ist schon eine Weile aus. Paula (Nicole Weinrank) und Knut greifen zu harten Methoden. Da eine Scheidung aus Geldgründen tabu ist, wird ein Killer angeheuert. Von jedem natürlich für den jeweils anderen. Da muss Neu-Auftragskiller Carlos (Patrick Staub) ebenso ran wie Killerin Tamara (Bianca Wiesmeier). Doch bei dem mehr als kurzweiligen Krimi macht das Ehepaar die Personenbeschreibung des jeweiligen Zielobjektes ein wenig verwechselbar. So kommt es, dass Tamara die Jagd auf Ali Özgem (Benjamin Engelbert), den Hausmeister der Kniesebecks, eröffnet und diesen für den Fabrikanten hält. Ihr männliches Pendant Carlos hat genauso wenig Glück: Er hält Susanne Aulendorf (Miriam Feig), Knuts Affäre, für dessen Ehefrau. Dass da kein Auge trocken blieb, liegt auf der Hand. Kommt hinzu, das Töchterchen Caroline (Sarah Bubel) mehr als mannstoll ist und neben dem starken Geschlecht nichts im Sinn hat, außer einem neuen Cabrio. Doch auch Luise Koschnik (Silvia Bohr), die kaffeesüchtige Freundin von Paula mit Ehemann Nummer sechs neidet den Kniesebecks so ziemlich alles. Sogar Butler Johann (Mike Braun), der auf sie gar nicht abfährt. Der wiederum hat Stress mit Ali, dessen handwerkliches Geschick überschaubar zu sein scheint. Auf speziellem "Türkendeutsch" strapaziert er die Lachmuskeln bis zum Exzess und erklärt sein indirektes Motto: Was nicht kaputt geht, wird kaputtgemacht. Die beiden Killer, die eigentlich nicht ins Haus sollten, landen doch im Kniesebeck'schen Domizil, wo sie Carolin für Paartherapeuten und Luise für Krankenpfleger halten. Ali sorgt am Ende durch einen Zufall dafür, dass das Ehepaar, welches bis dahin nichts anderes im Sinn hatte, als sich anzugiften, durch ein Stromkabel umkommt. Im Himmel stellen die beiden dann fest, dass doch alles nicht so schlecht war.

Die Komödie (Regie: Silvia Bohr) lebt von ihrem Witz, der Spannung und vor allem vom Dialekt. Selbst Versprecher sorgten für Erheiterung und Paula ist der Brüller, wenn sie sich um ihr "Hochdeutsch mit Striefen" bemüht.