Integrationskurs des Saarpfalz-Kreises in Homburg

Saarpfalz-Kreis : Eine bessere Unterstützung bei der Eingliederung

Migrantinnen und Migranten können auch bei fehlender Kinderbetreuung am Integrationskurs teilnehmen.

Das Frauenbüro des Saarpfalz-Kreises organisiert seit August 2018 einen Integrationskurs, kombiniert mit einer Kinderbetreuung. Vertreter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) der Außenstelle in Lebach informierten sich dieser Tage mit Landrat Theophil Gallo vor Ort.

Das Frauenbüro des Saarpfalz-Kreises ist mit 33 weiteren Organisationen saarlandweit vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge offiziell als Integrationskursträger anerkannt. Die Besonderheit beim Frauenbüro liegt darin, dass Teilnehmerinnen und Teilnehmer während des Vormittagskurses eine Kinderbetreuung nutzen können, heißt es in der Pressemitteilung der Kreisverwaltung. Yara Alomar und Nermin Kürtün, beide zweisprachige pädagogische Fachkräfte mit Migrationshintergrund, kümmern sich um die Kleinkinder im Alter von sechs Monaten bis sechs Jahren, für die es keinen Krippen- oder Kitaplatz gibt. Unterstützt werden sie von Danea Tiem aus Syrien, die bis August ihren Bundesfreiwilligendienst im Frauenbüro absolviert. Yara Alomar hat erfolgreich den vorangegangenen Integrationskurs besucht und so diese Beschäftigung gefunden. Im ersten Integrationskurs waren bis zu sechs Kinder in Betreuung. Das Angebot wurde ermöglicht durch eine finanzielle Sonderförderung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

In diesem ersten Integrationskurs lernten überwiegend Zugewanderte aus Syrien, aber auch aus Russland, Polen und der Türkei. Der Kurs endete im Juni mit dem Test „Leben in Deutschland“. Insgesamt erzielten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer gute Ergebnisse. Bereits am 17. Juni ist ein neuer Integrationskurs mit sozialpädagogischer Begleitung gestartet, bei dem neun Kinder, davon sechs Kinder unter einem Jahr, angemeldet sind. Dieser Kurs ist sehr multikulturell besetzt. Es sind Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus zehn Herkunftsländern vertreten. Unterrichtet werden sie von Ilka Scherer, Lehrkraft für Deutsch als Fremdsprache (DaF) und Deutsch als Zweitsprache (DaZ). Sie wird von Birgit Neuhardt (Lehrerin) als zweiter Fachfrau vertreten. Ilka Scherer berichtet, dass die Teilnehmenden mit viel Freude beim Sprachelernen dabei seien. Allerdings bekräftigt sie auch die Notwendigkeit der neu angebotenen sozialpädagogischen Betreuung. Das Ziel der Lern- und Sozialbegleitung sei es, die Teilnehmenden durch ein begleitendes Angebot zu unterstützen, wenn sie Schwierigkeiten beim Deutschlernen oder ihrer Lebensbewältigung haben. So soll erreicht werden, dass sie gestärkt werden, selbständiger lernen und eigenständiger verschiedene Situationen in der neuen Heimat bewältigen.

„Dieser Integrationskurs hat Vorbildcharakter für das ganze Saarland. Wir wären froh, wenn andere Träger hier nachfragen; denn das BAMF hat großes Interesse, dass die Frauen sich gesellschaftlich integrieren und Kontakte aufbauen. Das Muttersein darf kein Hindernis sein“, erklärt Ulrich Zur-Lienen, Regionalkoordinator der BAMF-Außenstelle Lebach.

„Es war ein längerer Prozess, bis das um die Kinderbetreuung erweiterte Kursangebot stand. Bei der Organisation müssen eine Vielzahl von rechtlichen Fragen geklärt und viele Auflagen erfüllt werden. So dauerte es insgesamt fast zwei Jahre, bis alles geregelt war. Es gilt, bestimmte Regelungen seitens des Jugendamtes, der Heimaufsicht und der Brandschutzbehörde zu berücksichtigen. „Wir stellen im ersten Integrationskurs fest, dass die ersten fünf Wochen zunächst eine Eingewöhnungsphase für Kinder und Mütter waren. Das ist im Grunde ähnlich wie bei Kita-Eingewöhnungen“, gibt Ilka Scherer als Anregung mit Blick auf die bisherigen Erfahrungen.

Auch in Richtung des Bundesamtes ergänzt Birgit Rudolf: „Wir würden uns im Interesse eines noch größeren Lernerfolges und einer stressfreierer Lernatmosphäre für die Teilnehmer und ihre Kinder wünschen, dass eine vorgeschaltete mindestens zweiwöchige Eingewöhnungsphase für die Kleinen finanziert wird, damit zu Beginn des Kurses nicht so viel Unterrichtszeit von den Müttern verpasst wird.“ „Ich freue mich sehr über den Zuspruch. Wir finanzieren die Einrichtung Frauenbüro, die mit ihrer Koordinierungsstelle und den Projekten Modellcharakter für das Saarland hat und wichtige Integrationsarbeit leistet, aus freiwilligen Mitteln. Das ist gut investiertes Geld. Ungeachtet dessen stehen Verhandlungen mit der Landesregierung im Raum, diese Aufgabe als Pflichtaufgabe anzuerkennen“, dankte Landrat Gallo allen Verantwortlichen.