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Instrumentalisten spielen sich in die Herzen der Zuhörer

Instrumentalisten spielen sich in die Herzen der Zuhörer

Bei einer Abschluss-Matinee im Saalbau waren noch einmal viele der Künstler zu hören, die bei den Kammermusiktage niveauvolle Akzente gesetzt hatten. Oboist Nicholas Daniel bot sogar eine deutsche Erstaufführung.

So glanzvoll die 19. Homburger Kammermusiktage vor einer Woche begannen, so künstlerisch hochwertig reihte sich ein Konzert ans andere und endeten am Sonntag mit einer Abschluss-Matinee im Kulturzentrum Saalbau. Viele Künstler, die das hohe Niveau der Festspiele mitgetragen hatten, stellten sich noch einmal vor, so auch die jugendlichen Ensemblemitglieder des Trios Korngold im 1914 vollendeten Trio a-Moll von Ravel. Es sind noch Studierende an der Berliner Hochschule für Musik Hanns Eisler .

Und doch, was für eine überlegene Meisterschaft klang dieser Tage aus ihren Interpretationen von Haydns spätem Trio E-Dur, im letzten Trio c-Moll op. 66 von Mendelssohn, in der Steuermann-Bearbeitung von Schönbergs "Verklärter Nacht" und jetzt in den betörenden Farben des französischen Impressionisten. Der Erfolg in Homburg wird ihnen sicher auf dem Karriereweg helfen. Davon waren die begeisterten Kammermusikfreunde überzeugt und entließen die sympathischen Gäste aus der Ukraine, aus Kroatien und Norwegen mit stürmischem Applaus.

Ganz eigene Akzente hatte auch die Sängerin und Schauspielerin Salome Kammer mit ihrer stimmlichen und mimischen Verwandlungskunst gesetzt, mal mit ihrem ständigen Klavierpartner Rudi Spring, zuletzt jedoch mit dem fingerflinken irischen Pianisten Finghin Collins. Die von Bernstein 1947 humorvoll vertonten Kochrezepte aus "La bonne cuisine" trug sie in einer Küchenschürze vor. Es sei ein besonderes Dankeschön an die Frauen der Musikfreunde Saar-Pfalz, deren Kochkünste die Musiker nach anstrengenden Konzerten und auch zwischendurch sozusagen vor dem Hungertod bewahrt hätten.

In die Herzen gespielt hatte sich auch der englische Oboist Nicholas Daniel vor allem in Brittens "Phantasy Quartet" und in der deutschen Erstaufführung der "Nostalgia" von Sven-Ingo Koch. Im Abschiedskonzert brachte er sich zusammen mit dem Vogler-Quartett in Mozarts 1782 entstandenem Quintett für Harmoniemusik in Erinnerung, in dessen Bearbeitung für zwei Violinen, zwei Bratschen und Cello von 1788 er die erste Violinstimme mit seiner überaus wandlungsfähigen und geschmeidigen Tongebung übernahm. Der zweite Geiger Frank Reinecke spielte dafür ausnahmsweise mal die erforderliche zweite Bratsche.

Mozarts Werk sorgte in den umwölkten c-Moll-Variationen seines Finalsatzes für einen heiteren Ausklang in Dur.

Er übertrug sich auf den wahrhaft brausenden Schlussapplaus, zu dem sich alle noch anwesenden Künstler von ihrem treuen Publikum in Homburg in alle Himmelsrichtungen verabschiedeten bis zu den 20. Homburger Kammermusiktagen in der dritten Juni-Woche im kommenden Jahr.